Samstag, 14. September 2019 20:39 Uhr

Felicity Huffman: Proteste gegen Knast-Urteil

Foto: imago images / UPI Photo

14 Tage statt 5 Jahre hinter Gittern. Das milde Urteil gegen Felicity Huffman (56) wirft so einige Fragen bezüglich sozialer Gerechtigkeit auf.

Diese Woche wurde „Desperate Housewives“-Star Felicity Huffman in Boston zu einer Gefängnisstrafe von 14 Tagen verurteilt. Die Schauspielerin hatte ein Bestechungsgeld in Höhe von 15.000 Dollar bezahlt, damit die Abschluss-Noten ihrer Tochter nachträglich verbessert werden. Damit wollte sie erreichen, dass ihre Tochter an einer der diversen Elite-Unis des Landes aufgenommen wird.

Felicity Huffman: Proteste gegen Knast-Urteil

Bild: imago images / Picturelux

Das Gericht verdonnerte sie neben der kurzen Haftstrafe zu 30.000 Dollar Geldstrafe und 250 Sozialstunden. Die Geldstrafe ist ein Witz, wenn man bedenkt, dass das Vermögen der Schauspielerin von „Celebrity Net Worth“ auf circa 45 Millionen Dollar geschätzt wird.

Interessant wird es vor allem beim Vergleich mit einem recht ähnlichen Fall, bei dem die angeklagte Mutter allerdings nicht reich, berühmt und weiß war, sondern arm, obdachlos und schwarz. Sie bekam für ein ähnliches Verbrechen eine Strafe von fünf Jahren Haft.

Quelle: instagram.com

Der Fall Tanya McDowell

TV-Richter Greg Mathis erinnerte auf seinem Instagram-Account an den Fall Tanya McDowell aus dem Jahr 2012. Die Afro-Amerikanerin hatte eine falsche Adresse angegeben, um ihren Sohn an einer Schule in einem „besseren“ Stadtteil anmelden zu können. Als die Sache aufflog, wurde sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dabei handelt es sich leider nicht um einen Einzelfall.

Nicht nur Mathis, sondern auch zahlreiche andere User auf Twitter empfinden das Urteil gegen Felicity Huffman als sehr unfair. Sie kritisieren, dass die Schauspielerin nach einem anderen Maßstab bestraft wurde.

Denn es ist zweifelsohne, dass die Tochter der Multimillionärin allein aufgrund ihres Status bessere Chancen im Bildungswesen hat, um diese aber nochmals zu verbessern, ließ Huffman die tatsächlichen Errungenschaften der Teenagerin (Noten) künstlich aufwerten.

Im Gegensatz dazu verfälschten die zahlreichen verurteilten Mütter mit einem niedrigen sozialen Stand keine tatsächlichen Werte. Sie gaben lediglich eine falsche Adresse an, zum Beispiel die von Verwandten, um ihren Kindern überhaupt erst die Chance auf eine gute Bildung zu ermöglichen.

Nichtsdestotrotz fielen die Strafen für diese Frauen in der Vergangenheit, insbesondere im Verhältnis zu ihren finanziellen Möglichkeiten, deutlich strenger aus. Richter Mathis und auch viele andere fragen sich, wieso dem so ist und ob die Richter in den USA wirklich „blind“ sind.

 

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