Felix Neureuther: Nach dem Missbrauchsskandal war für ihn Schluss

Flix Neureuther: Nach dem Missbrauchsskandal war für ihn Schluss

© Radio Bremen/Frank Pusch

16.12.2020 14:00 Uhr

Der weihnachtliche Kirchenbesuch wird für viele aufgrund der Pandemie nur in eingeschränkter Form oder gar nicht stattfinden können. Felix Neureuther treiben allerdings ganz andere Gedanken um, wenn er sich mit dem Thema Kirche beschäftigt.

In der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“, die am Dienstagabend im Ersten ausgestrahlt wurde, erklärte der sympathische ehemalige Weltklasse-Skirennläufer die Gründe für seinen Austritt aus der katholischen Glaubensgemeinschaft vor einigen Jahren.

Anlass sei damals ein Missbrauchsskandal im Kloster Ettal in der Nähe seines Heimatortes Garmisch-Partenkirchen gewesen. „Da kann ich nicht mit reinem Gewissen noch Kirchensteuer bezahlen“, habe sich  Felix Neureuther da gedacht.

Man muss auch verzeihen können?

Aufgrund des Austritts habe er beinahe nicht als Taufpate seines Neffen fungieren können, führte Neureuther aus. Der katholische Pfarrer habe dies nach anfänglichem Zögern zwar erlaubt, ihn aber zum Gespräch nach der Zeremonie gebeten.

Als Entgegnung auf Neureuthers Kritik habe der Geistliche erklärt, dass man im Leben auch verzeihen können müsse. Doch das sieht der zweifache Vater anders: „Wenn ich eines in meinem Leben niemals verzeihen werde, dann ist es, wenn jemand ein Kind anlangt. Dann werde ich zum Tier. Das steht auch so in der Bibel.“ Neureuther fügte hinzu: „Kindesmissbrauch ist das Schlimmste, das man machen kann.“

Flix Neureuther: Nach dem Missbrauchsskandal war für ihn Schluss

© Radio Bremen/Frank Pusch

„Ein Problem des Systems“

Ausgangspunkt für Neureuthers Ausführungen war der „3nach9“-Auftritt von Andreas Englisch. Der Journalist und Vatikan-Experte hatte den aktuellen Papst Franziskus in höchsten Tönen gelobt: „Ich finde, er macht einen super Job.“ Allerdings zeigte Englisch Verständnis für die Kritik am Umgang mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, die in der Sendung neben Neureuther auch von Kabarettist Sebastian Pufpaff geäußert wurde. „Das ist ein systemisches Problem“, sagte Englisch. „Zu sagen, die Ehelosigkeit, also der Zölibat, habe mit dem Missbrauch nichts zu tun, halte ich für völligen Unsinn.“

Weitere Gäste

Diese Ausgabe von „3nach9“ wird auch am Freitag, den 18. Dezember, um 22:40 Uhr im NDR/RB Fernsehen ausgestrahlt.

Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo begrüßen darin als weitere Gäste den Musiker Johannes Oerding, die Mitgründerin der Hilfsorganisation „Wadadee Cares“ für bedürftige Kinder in Namibia, Lena Palm, sowie Noni Höfner und Charlotte Cordes, die in München das „Deutsche Institut für provokative Therapie“ leiten.