Montag, 1. Oktober 2018 23:10 Uhr

Filmkritik „A Star is Born“: Lady Gaga in ihrer ersten Hauptrolle

Mit Songs wie „Poker Face“ wurde Lady Gaga eine der erfolgreichsten Künstlerinnen unserer Zeit. Nun betritt sie Neuland und spielt ihre erste Kino-Hauptrolle – an der Seite von Hollywoodstar Bradley Cooper, der damit sein Regiedebüt gibt.

Filmkritik "A Star is Born": Lady Gaga in ihrer ersten Hauptrolle

Foto: Warner Bros.

Lady Gaga ist für ihre Wandelbarkeit bekannt. Bei jedem Auftritt und in jedem Musikvideo trägt sie andere Outfits und sieht ständig anders aus. Egal ob glamourös, aufreizend, wild oder exzentrisch: Die 32-jährige Musikerin und Sängerin hat das Spiel mit dem Wandel perfektioniert. Nun kommt eine weitere, in der Öffentlichkeit eher unbekannte Facette hinzu. Denn in „A Star is Born“ spielt die mehrfache Grammy-Preisträgerin und eine der erfolgreichsten Künstlerinnen unserer Zeit ihre erste Kino-Hauptrolle – und ist auch meist völlig natürlich und „ungeschminkt“ zu sehen.

Etliche Verfilmungen

Die Geschichte von „A Star is Born“ wurde schon mehrfach auf die Leinwand gebracht, unter anderem 1976 mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson. Auch jetzt stehen wieder zwei Musiker im Mittelpunkt: Der Sänger Jackson Maine (Bradley Cooper) ist ein Superstar der Country-Szene. Seit Jahren füllt er riesige Konzerthallen. Doch Probleme der Vergangenheit verfolgen ihn noch immer; Jackson ist schwer alkohol- und medikamentenabhängig.

Filmkritik "A Star is Born": Lady Gaga in ihrer ersten Hauptrolle

Foto: Warner Bros.

Auf der Suche nach Hochprozentigem landet er eines Abends zufällig in einer Transvestiten-Bar, in der auch die Kellnerin Ally (Gaga) auftritt und Jackson Maine sofort mit ihrer Stimme und dem Gesangstalent begeistert. Die beiden nähern sich schnell an und werden ein Paar.

Dann schafft auch Ally den ersehnten Durchbruch als Sängerin und Songschreiberin, doch für ihren Partner geht es mit der Sucht immer weiter bergab.

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Foto: Warner Bros.

Drama trifft auf Lovestory

„A Star is Born“ beinhaltet damit alle Elemente eines packenden Dramas und einer Liebesgeschichte, die sich gegen viele Widrigkeiten behaupten muss. Dass das hier über weite Strecken so gut funktioniert, liegt entscheidend mit an den beiden Hauptdarstellern: Bradley Cooper, der bislang als Schauspieler in Erfolgsfilmen wie „Hangover“ oder „Silver Linings“ bekannt wurde, gibt mit „A Star is Born“ nicht nur sein Debüt als Regisseur, sondern übernimmt gleich noch die männliche Hauptrolle.

Filmkritik "A Star is Born": Lady Gaga in ihrer ersten Hauptrolle

Foto: Warner Bros.

Lady Gaga ist großartig!

An seiner Seite ist Lady Gaga als Ally zu sehen – und die große Entdeckung des Films. Denn Gaga beweist, dass sie nicht nur eine immens erfolgreiche Musikerin und Entertainerin für große Bühnen ist, sondern auch als Schauspielerin eine gute Figur macht. Sie beherrscht die dafür notwendigen Nuancen und überzeugt besonders in den stilleren und emotionaleren Szenen: das erste Kennenlernen mit Jackson Maine, die Angst vor dem ersten Auftritt, die Verzweiflung, wenn etwas nicht so klappt, wie erhofft.

Filmkritik "A Star is Born": Lady Gaga in ihrer ersten Hauptrolle

Foto: Warner Bros.

Dabei stimmt auch die Chemie zwischen Cooper und Gaga. Sie verkörpern ihre Charaktere so glaubwürdig, dass man ihnen trotz ihrer komplett unterschiedlichen Hintergründe das Entwickeln ihrer Liebe und damit später auch die Dramatik des drohenden Scheiterns abnimmt.

Allerdings hält „A Star is Born“ diese Intensität nicht über die mehr als 130 Minuten des Films. So viel Zeit sich Cooper anfangs für das Kennenlernen nimmt, so schnell erzählt er dann in der zweiten Hälfte von Allys Aufstieg, dass es streckenweise gehetzt und nicht ganz stimmig wirkt.

Tolle Songs

All die Veränderungen, all das Gezerre der Musikproduzenten an Ally müssten eigentlich Spuren hinterlassen, sie zweifeln lassen. Vor allem aber fehlt hier der genaue Blick auf die Beziehung des Paares und was all diese Ereignisse von Erfolg, Absturz, Sucht und öffentlicher Häme mit den beiden machen.

Eine entscheidende Stärke des Films sind allerdings auch die Lieder, von denen Gaga und Cooper einige extra für „A Star is Born“ schrieben – und die das Werk letztendlich zu seinem Finale tragen. Denn das ergreifende Ende gehört den Liebenden und ihrem gemeinsamen, letzten Song. Dabei wird dann auch wieder deutlich, dass „A Star is Born“ trotz gewisser erzählerischer Schwächen als großes Hollywood-Überwältigungs-Liebesdrama angelegt ist – und als solches bestens funktioniert. (Aliki Nassoufis, dpa)

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