Mittwoch, 19. September 2018 22:14 Uhr

Kritik: „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ mit Cate Blanchett

Und es macht Tick-Tock: „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ ist ein horrorbestücktes Fantasie-Drama mit Cate Blanchett und Jack Black. Am Donnerstag startet es im Kino.

Filmkritik: "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" mit Cate Blanchett

Foto: Storyteller Distribution Co., LLC

Es fängt schon mal schrecklich an: Der zehnjährige Lewis (Owen Vaccaro, 12) hat beide Elternteile bei einem Unfall verloren. Der einzige Verwandte, der ihm geblieben ist, ist der schrullige Onkel Jonathan (Jack Black, 49, „School of Rock“, „Schwer Verliebt“). Onkel Jonathan lebt in der verpennten Kleinstadt New Zebeedee, wo die Welt noch in Ordnung scheint. Lewis zieht beim Onkel ein. Die Nachbarin Mrs Zimmermann (Cate Blanchett, 49, „Elisabeth“, „Oscar und Lucinda“) ist eine begnadete Keksbäckerin, von denen der Kleine sich bald rund um die Uhr ernährt.

Sein neues Zuhause hat ein paar Makel, der nervigste davon ist ein Uhr. Die ist zwar nicht zu sehen, aber tickt so laut, dass selbst die vielen Uhren, die Onkel Jonathan als Gegengeräusch aufgestellt hat, dieses eine mysteriöse Ticken nicht übertönen können.

Eine geheimnisvolle Uhr

Nachts schleicht der Magier mit einer Axt bewaffnet umher und versucht die Uhr zu finden, denn die muss sich irgendwo in den Zwischenwänden des Hauses befinden. Onkel Jonathan und Mrs Zimmermann sind Zauberer, die sich in einem Fort kabbeln und kuriose Beschimpfungen geben. Ernst gemeint sind die nicht, sie sind ein altes Team – „ohne Knutschbeziehung“, wie Mrs. Zimmermann ernsthaft betont.

Ohnehin hat die Zauberkraft von Mrs. Zimmermann nach dem Verlust ihrer Familie, auf den eine eintätowierte Nummer auf ihrem Unterarm verweist, auch ihre Magie verloren. Sie ist zu traurig, um einen wirkungsvollen Zauberspruch loszulassen. Denn wie man schon seit Harry Potter weiß, einfach vorlesen ohne inneres Zutun, so funktioniert das nicht.

Filmkritik: "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" mit Cate Blanchett

Foto: Storyteller Distribution Co., LLC

Eli Roth kann auch anders

Nicht nur in dem Gruselhaus läuft es nicht so brillant für Lewis. Auch an der Schule findet er schwer Zugang zu seinen Mitschülern, mit seiner Fliegerbrille und Fliege sieht er zu sehr nach Outsider aus. Um einem Mitschüler zu gefallen und sich als Freund zu erweisen, beschwört Lewis versehentlich den Geist einer mächtigen und boshaften Hexe, die mit Hilfe der Uhr den Untergang der Welt herbeiführen will. Das Abenteuer ist brandgefährlich, erst erweckt er einen Toten und dann geht es ans Eingemachte, denn das Zentrum für den Start für die Vernichtung ist natürlich „Das Haus mit den geheimnisvollen Uhren“. Lewis muss lernen, seine Fehler zuzugeben und nach den richtigen Freunden Ausschau halten. Ganz schön viel für einen zehnjährigen Vollwaisen. Aber mit so skurrilen, wie patenten Verwandten und Freunden, die auch ihr Päckchen mit sich herumschleppen, wird das schon. Ist ja schließlich ein Kinderfilm.

Filmkritik: "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" mit Cate Blanchett

Foto: Storyteller Distribution Co., LLC

Der Regisseur Eli Roth (46) kann auch ganz anders. Roth hat sich eigentlich einen Namen mit Horrorfilmen für Erwachsene gemacht, „Cabin Fever“ , „Hostel“ und „Hostel 2“ gehen auf sein Konto. In einem Kinderfilm geht das natürlich nicht, aber die Handschrift ist eindeutig. Statt eimerweise Kunstblut kotzen hier Halloween-Kürbisse die Helden mächtig an – auch nicht schlecht auf der Skala „Ekelfaktor“ oder ein geflügelter Löwe, der aus einer Hecke wie von Jeff Koons gemacht ist.

Der fliegende Heckenlöwe muss von Onkel Jonathan dauernd mit „Böse Miezekatze!“ ermahnt werden und aufgefordert wird, gefälligst das Katzen-Klo zu benutzen – aber was kümmert das die Miezekatze?

Filmkritik: "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" mit Cate Blanchett

Foto: Storyteller Distribution Co., LLC

Fazit: „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ zündet irgendwie nicht. Im Zentrum des Films stehen leider die vielen Spezialeffekte. Die wunderbaren Schauspieler selbst stehen oft nur herum, machen präsentierende Gesten wie Möchte-gern-Opern-Stars, staunen dazu und/oder nicken selbstgefällig. Selbst die Kabbeleien zwischen Cate Blanchett und Jack Black sind viel zu brav. Im Zentrum steht ein kleiner Junge mit seinem Kummer, beide Eltern verloren zu haben. Eli Roth hat sich vielleicht zu viel vorgenommen. (Kinotante Katrin)

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