Sonntag, 23. Dezember 2018 19:48 Uhr

Filmkritik „Der Junge muss an die frische Luft“: Kerkelings Kinderjahre

Genau das Richtige kommt zu Weihnachten ins Kino: Hape KerkelingsDer Junge muss an die frische Luft“ startet am 25. Dezember in den hiesigen Kinos. Wir haben die Tragikomödie – die Verfilmung der Autobiografie von Hape Kerkeling – schon gesehen.

Filmkritik "Der Junge muss an die frische Luft": Kerkelings Kinderjahre

Julius Weckauf, Hape Kerkeling, Caroline Link. Foto: Patric Fouad

Hans-Peter (überzeugend: Julius Weckauf) ist ein behütetes Kind. Umgeben von Mutter Margret (Luise Heyer) und gern gesehen im Oma Ännes (Hedi Kriegesgott) und Opa Willi (Joachim Krol) kleinem Tante-Emma-Laden, wächst der ein bisschen pummelige Hans-Peter auf. Die Verwandtschaft hält zusammen. Oma Änne ist die, die sich traut und auf die Meinung anderer pfeift. Man solle das tun, worauf man Lust hat – und schwupp, hat der unsportliche Hans-Peter ein Pferd. Ein echtes.

Alles Typen

Das andere Großelternpaar Oma, Bertha (Ursula Werner), Opa Hermann (Rudolf Kowalski) und Tante Gertrud (einfach toll: Elena Uhlig) sind ohne wenn und aber für das Kind da. Es wird sich gekümmert und gefeiert. Verwandtschaft eben.

Filmkritik "Der Junge muss an die frische Luft": Kerkelings Kinderjahre

Foto: Warner Bros.

Der kleine Hans-Peter kann andere zum Lachen bringen. Das das gut bei anderen ankommt, möchte der selbstbewusste Junge gern auch an seiner Mutter sehen. Es klappt nicht so recht, sie ist depressiv und entfernt sich immer weiter von allen. Als Erwachsener muss das schon sehr schwierig sein auszuhalten, was ein Neunjähriger davon hält und meint entgegensetzen zu können, zeigt Hans-Peter in einer Mischung aus seinem ja unbestrittenem Showtalent und kindlicher Verzweiflung.

Filmkritik "Der Junge muss an die frische Luft": Kerkelings Kinderjahre

Foto: Warner Bros.

Lustig, lustig – bis es traurig wird!

Eine Binsenweisheit ist, dass, wer öffentlich komisch, privat eher das Gegenteil ist. Das ist der Kern von „Der Junge muss an die frische Luft“, Regie Charlotte Link („Jenseits der Stille“). Link hält sich dicht an die gleichnamige Autobiografie von Hape Kerkeling, der sich auf Spurensuche gemacht hat, wer er ist und was ihn geprägt hat.

Filmkritik "Der Junge muss an die frische Luft": Kerkelings Kinderjahre

Foto: Warner Bros.

Die Mutter aber im Kindesalter zu verlieren ist ein bitter-bittersüßes Thema, um dass sich das Heranwachsen des beliebten Komikers Kerkeling dreht.

Fazit: Oscar-Preisträgerin Caroline Link hat die Stimmung in „Der Junge muss an die frische Luft“ – basierend auf Hape Kerkelings gleichnamigem autobiographischem Bestseller – mit einer Mischung aus Wohlfühlatmosphäre und stillem Drama exzellent getroffen. (Kinotante Katrin)

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Foto: Warner Bros.

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