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Montag, 1. April 2019 23:15 Uhr

Filmkritik „Friedhof der Kuscheltiere“: Manchmal ist der Tod besser

Foto: Paramount Pictures.

„Carrie“ und „Es“ beweisen: Alte Horror-Romane von Stephen King mit besseren Effekten und attraktiveren Schauspielern neu ins Kino zu bringen, ist eine einträgliche Sache. Diesmal gelingt es bestens.

Filmkritik "Friedhof der Kuscheltiere": Manchmal ist der Tod besser

Foto: Paramount Pictures.

Schon in den ersten Sekunden bekommen die Zuschauer das Grauen, das nachher auf sie zukommen wird, aus der Vogelperspektive zu sehen. Kamerafahrt über einsame, laublose Wälder in Neuengland. Ein brennendes Haus, Spuren von Gewalt, blutige Fußabdrücke in der Einfahrt, kein Mensch zu sehen. Was zum Teufel ist hier los? Dann die Rückblende: Louis und Rachel Creed ziehen mit ihrer Bilderbuchfamilie – eine junge Tochter, ein kleiner Sohn und ein verschmuster Kater – in ihr neues Eigenheim ein. Beim Horrorthriller „Friedhof der Kuscheltiere“ weiß man schnell, wohin die Reise geht.

Ein dunkles Geheimnis

Leise schleicht sich der Tod in das Leben des College-Arztes Louis Creed (Jason Clarke, „Terminator: Genisys“) ein. Auf dem riesigen Grundstück seines schmucken Hauses, einst ein Indianergebiet, pflegen die Kinder der Gegend seit Generationen ein eigentümliches Ritual. Sie setzen feierlich ihre gestorbenen Hunde, Katzen und Hamster auf einem Tierfriedhof bei, der mit den Jahrzehnten nach und nach zu einer großen Spirale von selbstgebastelten Grabsteinen gewachsen ist.

Filmkritik "Friedhof der Kuscheltiere": Manchmal ist der Tod besser

Foto: Paramount Pictures.

Hinter dieser rührenden Trauerarbeit auf der Waldlichtung verbirgt sich ein dunkles Geheimnis, wie Creed nach und nach zu seinem Entsetzen erfährt. Wenige Meter hinter den Gräbern versperrt nämlich ein großer Haufen Totholz den Weg zu einem zweiten Friedhof aus vorchristlicher Zeit. Zu „etwas, das Dinge zurückbringt“.

Als die Katze seiner Tochter Ellie überfahren wird, tut Creed aus Liebe und Ahnungslosigkeit das Falsche. Erst später begreift er den bitteren Ausspruch seines alten Nachbarn Jud (John Lithgow, „Interstellar“): „Manchmal ist der Tod besser.“ Da ist es schon zu spät.

Filmkritik "Friedhof der Kuscheltiere": Manchmal ist der Tod besser

Foto: Paramount Pictures.

Die horrorbewährten US-Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer beteiligen sich an einem Trend der vergangenen Jahre und haben sich jetzt ebenfalls an eine neue Kinofassung eines Stephen-King-Schockers aus den 80er Jahren gewagt. Ihr großer Vorteil dabei: Die frühere Kino-Version von 1989 war zwar ein Kassenschlager, gilt aber als eine der miserabelsten King-Verfilmungen und hat seinerzeit viele Fans wütend gemacht.

Viele überraschende Wendungen

Das Regisseurs-Duo Kölsch-Widmyer hat nun aus Fehlern anderer gelernt und alles andere als einen lieblosen, neuen Aufguss abgeliefert. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist ein Film, der sich detailverliebt an den stärksten Alpträumen des Bestsellers abarbeitet, aber ganze Handlungsstränge nur andeutet, sie komplett ausradiert oder aber geschickt umstellt. Sehr gezielt sind Schockeffekte eingesetzt.

Filmkritik "Friedhof der Kuscheltiere": Manchmal ist der Tod besser

Foto: Paramount Pictures.

Stephen King hatte mit seinem Roman 1984 eine düstere Parabel über einen Mann geschrieben, der den Tod mit unlauteren Mitteln bekämpfen will und ihn dadurch immer tiefer in sein Leben holt. Einen Helden, der sich noch bis zum bitteren Ende immer wieder falsch entscheidet.

So eine deprimierende Griechische Tragödie wäre 2019 keinem größeren Kinopublikum mehr zu verkaufen. Kölsch und Widmyer aber entstauben den Stoff und setzen stattdessen auf punktgenaue Tricktechnik, immer wieder überraschende Wendungen und massenweise Zombie-Action. Den Großmeister des Horrors dürfte es freuen. Wer von frischen Stephen-King-Verfilmungen nicht genug bekommen kann, kann sich übrigens im Herbst mit dem zweiten Teil von „Es“ vergnügen. (Christof Bock, dpa)

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Foto: Paramount Pictures.

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