Dienstag, 19. Juni 2018 22:49 Uhr

Filmkritik „The Strangers: Opfernacht“ – Horror auf dem Campingplatz

The Strangers: Opfernacht“ ist der neue Schocker des britischen Gruselspezialisten Johannes Roberts, dem Regisseur von „The Other Side of The Door“ und „Storage“. Am Donnerstag startet er im Kino.

Filmkritik "The Strangers: Opfernacht" - Horror auf dem Campingplatz

Foto: Square One/Universum

Eine Familie will ihre widerborstige Tochter ins Internat abschieben und kriegt auf dem Weg dahin echte Schwierigkeiten, denn es lauert der Horror im Trailerpark.

Kinsey (Bailee Madison), ist ein störrischer, widerborstiger Teenager. Sie hat ihre Eltern Cindy (Christina Hendricks) und Mike (Martin Henderson) so auf die Palme gebracht, dass als Erziehungsmethode nur noch das Internat bleibt. Die bockige Tochter muss weg, der Sohn Luke (Lewis Pullman) darf bleiben. Die Stimmung ist gedrückt, als die Familie dabei ist, die Koffer in den Wagen zu hieven. Kinsey ist niedergeschlagen, aber die Entscheidung der Eltern steht fest. Das Internat ist weiter als eine Tagestour entfernt. Ein Übernachtungsstopp im Campingpark des Onkels wird eingeplant, da der gut auf der Strecke liegt. Soweit wird in „The Strangers“ alles ganz ausführlich erzählt. (Hier geht’s zum Gewinnspiel!)

Wenn die Familienbande im Eimer ist

Die heulende, maulende Tochter, die liberalen Eltern, der etwas ältere Bruder, der seine Schwester ärgert, die Fahrt im engen Auto – und das alles in bedrückender Stimmung. Die Familie wird sich trennen und nach dem Abliefern von Cindy nicht mehr dieselbe sein. Ja, diese Familie wird nicht mehr dieselbe sein, das ist klar, aber natürlich wird Horror – denn dieses Versprechen liefert schon der Filmtitel – die Familienbande zerreißen.

Filmkritik "The Strangers: Opfernacht" - Horror auf dem Campingplatz

Foto: Square One/Universum

Mutter Cindy kündigt die Familie telefonisch an. Dass sie nur den Anrufbeantworter erreicht, findet sie nicht weiter ungewöhnlich, auf so einem weitläufigem Gelände ist immer was zu tun, da sitzt man nicht ständig in der Anmeldung – schon gar nicht in der Nebensaison. Die Fahrt dauert Stunden, es ist Nacht, als das Quartett endlich im Wohnwagenpark ankommt. Nichts los hier. Wie ausgestorben.

Die Trailer sind großzügig über weite Wiesen und Hügel verteilt, hin und wieder sind verlassene Picknickbänke und -tische zu sehen, fast schon verschluckt vom leichten Nebel, der sich über die gesamte Anlage gelegt hat. Sind das nicht schöne Voraussetzungen für eine Horrornacht? Jaaaaaaa!

Filmkritik "The Strangers: Opfernacht" - Horror auf dem Campingplatz

Foto: Square One/Universum

Kampf ums Überleben

Der Terror hat längst den gesamten Park im Griff. Onkel und Tante sind schon hübsch garniert zurechtgemacht, dann die „Strangers“ wollen Spaß – wobei hier natürlich mit Spaß die Jagd auf Menschen gemeint ist. Die Psychopathen Dollface (Emma Bellomy), Pin-Up Girl (Lea Enslin) und „The Man in the Mask“ (Damian Maffei) eröffnen eine weitere Variante von feinstem Terror, da hat die Durchschnittsfamilie noch nicht mal das Waschzeug für die Abendtoilette ausgepackt.

Hatte die Familie bisher ein Problem mit ihrer missratenen Tochter, beginnen die echten Schwierigkeiten in dieser Nacht. Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen!

Filmkritik "The Strangers: Opfernacht" - Horror auf dem Campingplatz

Foto: Square One/Universum

Der Thrill in „The Strangers: Opfernacht“ ist stimmig vom ersten kurzen Auftauchen bis zur Attacke und Verfolgung und Abschlachten! Die Location Trailerpark ist facettenreich gruselig in Szene gesetzt und die Beleuchtung ist toll. Das Licht liefert ganz gemischte Stimmungen; einmal erinnert es mit altmodisch bunten Lichtgirlanden an vergangene Zeiten, als es noch brave Tanzveranstaltungen mit Früchtebowle gab und dann erscheinen in fast totaler Schwärze Puppenmasken so starr und böse, dass der Kinosessel gar nicht weit genug weg stehen kann.

Fazit: „The Strangers: Opfernacht“ ist für Freunde des gepflegten Splatterterrors und solche die es werden wollen, geeignet. Ein stimmungsvoller Horrorfilm in einem Wohnwagenpark auf der grünen Wiese, in einer idyllischen Gegend, die eigentlich Erholung verspricht. Wer oder was die Opfernacht überleben wird, wird hier selbstverständlich nicht verraten. Nur soviel: die maskierten Psychopaten sind echt brutale Satansbraten. (Katrin Wessel)

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