Dienstag, 11. September 2018 21:55 Uhr

Filmkritik und Verlosung „Mile 22“: Mark Wahlberg zieht in den Kampf

Ein Super-Agent soll einen Informanten eskortieren – und muss dabei einige der härtesten Killer Asiens bezwingen. „Mile 22“ mit Hollywoodstar Mark Wahlberg ist das Richtige für alle, die brutal-rasante Action lieben.

Filmkritik und Verlosung "Mile 22": Mark Wahlberg zieht in den Kampf

Foto: Universum

Die neueste Mission führt die Spezialeinheit nach Asien, in eine fiktive Stadt in den Bergen. Dort, auf stickigen, verstopften Straßen, erwartet Silva und das Kinopublikum vor allem eines: Gewalt. Viel Gewalt. Die Story ist schlank. Silva (Mark Wahlberg) soll den Informanten Li Noor (Iko Uwais) eskortieren. Li besitzt offenbar Kenntnisse über einen geplanten Anschlag auf die USA. Er wird von den Terroristen gesucht und hat sich in die amerikanische Botschaft geflüchtet. Nun will er das Land verlassen, aber es gibt ein Problem: Der nächste Flughafen liegt nicht um die Ecke – sondern 22 Meilen weit entfernt.

Brutales Spektakel

In dem Moment, in dem Silva und Li aus der Botschaft treten, beginnt ein brutales Spektakel. Gewehrkugeln pfeifen, Fenster bersten, Blut spritzt. Das Drehbuch von „Mile 22“ beschäftigt sich nur kurz mit weltpolitischen Verstrickungen – um sich dann möglichst schnell Handgranaten und Raketenwerfern zu widmen. Silvas Team wird gehetzt, ohne Gnade, ohne Pause. Regisseur Peter Berg reiht die Szenen so rasant aneinander, dass einem schwindelig werden kann.

Der Protagonist Silva fällt in dem Bilder-Wirbel vor allem durch zwei Dinge auf: seine Abgebrühtheit im Angesicht des Todes – und sein ewiges Gerede. Mal lässt er sich über die Weltgeschichte aus, mal über Waffen, mal über seine Ex-Frauen. Wahlberg spielt damit gewissermaßen einen neuen Typus Killer. Früher erledigten Super-Kämpfer ihre Widersacher meist schweigend. Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone feuerten Kugeln durch die Gegend, keine Wortsalven. In „Mile 22“ hingegen wird beim Töten gerne gequatscht. Manchmal schleudert Wahlberg dem Publikum quasi-philosophische Gedankensplitter zu, aber ist meist Blabla.

Wer in dem Werk eine höhere Wahrheit sucht, eine Lektion, irgendetwas, das man aus dem Kinosaal mitnehmen kann, der wird enttäuscht. Nicht einmal die Hauptfigur entwickelt sich weiter. Silva bleibt den ganzen Film über ein Befehle brüllender Rowdy. Ein Nervenbündel, immer in Eile, immer auf der Zinne. Statt Persönlichkeit bietet Silva Schimpf-Monologe, in denen sich ein „Fuck“ an das nächste reiht, „Fuck, Fuck, Fuck“.

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Nix für Feinsinnige

„Mile 22“ hallt nicht nach, höchstens der Lärm der Granaten tut es – und genau so dürfte es Regisseur Peter Berg auch geplant haben. Er drehte den Film nicht für Feinsinnige, er drehte ihn wohl eher für Menschen, die sich im Kino gerne rohe Gewalt ansehen. „Mile 22“ ist asketisch, pure Action befreit von jeder Mehrdeutigkeit. Dafür muss man Berg bewundern. Er scheint die Idee, alles aufs Wesentliche zu reduzieren, nach drei vorherigen Kooperationen mit Wahlberg – „Lone Survivor“, „Deepwater Horizon„, „Patriots Day“ – perfektioniert zu haben.

Und so ist „Mile 22“ wohl auch ein Experiment: Wie weit, lautet die Frage, kann Berg mit seiner Erzählweise gehen? Wie schnell kann er von Einstellung zu Einstellung springen, ohne das Publikum zu verwirren? Wie viele Knochenbrüche und Explosionen passen in eine Szene, wie stark lässt sich die Gewalt verdichten? Berg ist weit gegangen. Sehr weit. Aber nicht zu weit. Und das ist eine hohe Kunst. (Stefan Beutelsbacher, dpa)

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