Sonntag, 29. Juli 2018 18:24 Uhr

Fleischbeschau „A Skin So Soft“ im Kino: Lustobjekt und Witzfigur

Sechs gaaaanz starke Männer – vom Hochleistungs-Bodybuilder über den Ex-Champion, der heute als Trainer und Kinesiologe arbeitet, dem Studenten, der im Keller seiner Eltern trainiert und gleichzeitig versucht, seine Freundin zu coachen, bis hin zum Wrestler – teilen eine Leidenschaft: Ihren Körper.

Fleischbeschau "A Skin So Soft" im Kino: Lustobjekt und Witzfigur

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V

Familie, Freunde und alles außerhalb des Fitnessraums müssen sich ihren strickten Trainingsplänen unterordnen.“A Skin So Soft“ (Ta peau si lisse) ist der zweite Film des frankokanadische Filmemacher Denis Côté. Ab 2. August ist der Spaß im Kino zu sehen und nicht nur was für Muskelprotze!

„Die Männer sind fleischgewordene Marmorstatuen, Muskelprotze, deren ganzer Alltag sich darum dreht genug Kalorien zu sich zu nehmen und genug Trainingseinheiten in den Tagesplan einzufügen“, heißt es von Rainer Kienböck in der Mitteilung des Filmverleihs.

„Zwischen Essen und Trainieren bleibt nur wenig Zeit für Familie, Freunde und ein Leben abseits der Kraftkammer. Der Film hat seine stärksten Momente, wenn genau dieses Dazwischen in den Blick kommt. Wenn die Männer gemeinsam mit ihren Frauen trainieren, um wenigstens ein paar kostbare Stunden am Tag miteinander zu verbringen oder wenn beim Familienessen als Zwischengang noch ein Steak hinuntergeschlungen wird, um den Proteinhaushalt aufzustocken. Dann wird die Besessenheit dieser Menschen besonders deutlich und diese Besessenheit ist das eigentliche Thema des Films – noch mehr als die Betrachtung dieser Körper oder der Versuch, die körperlichen Anstrengungen des strengen Trainingsplans nahbar zu machen.“

Fleischbeschau "A Skin So Soft" im Kino: Lustobjekt und Witzfigur

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V

Zwischen Erotik und Komik

Alle Protagonisten des Films ordnen ihren Alltag dem Training ihrer Körper, der Maximierung ihrer Leistungsfähigkeit, ihr restliches Leben unter. Und zwar ohne Kompromisse. „Zwei sind etablierte Größen der Bodybuilding-Szene von Québec, die ihre Muskelberge augenscheinlich pharmazeutischer Hilfe zu verdanken haben, einer ist ein Ex-Bodybuilding-Champion, der mittlerweile als Trainer und Kinesiologe arbeitet“, so Kienböck. „Hinzu kommen ein asiatisch-stämmiger Familienvater, dessen wettkampfmäßige Bodybuilder-Karriere noch am Anfang steht, ein 19-jähriger Student, der Bodybuilding als Hobby im Keller seines Elternhauses betreibt und ein Wrestler und Strongman.“

Fleischbeschau "A Skin So Soft" im Kino: Lustobjekt und Witzfigur

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V

Und wozu das Ganze? „All dieser Einsatz, um am Ende angestarrt zu werden, egal ob beim Wettkampf auf der Bu?hne oder beim Spaziergang mit dem Hund. (…) Der Überschuss an Männlichkeit, der zur Schau gestellt wird – das wird in (dem Film) sehr deutlich – hat eine doppelte Wirkung. Der nackte, menschliche Körper in seiner ganzen Verletzlichkeit und Schönheit changiert beständig zwischen Lustobjekt und Witzfigur.“

Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen.

Fleischbeschau "A Skin So Soft" im Kino: Lustobjekt und Witzfigur

Foto: Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V

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