Sonntag, 3. Februar 2019 16:03 Uhr

Florence Kasumba im „Tatort“: „Meine Kampfkunst-Kenntnisse wären hilfreich“

Foto: Becher/WENN.com

Der deutsche Hollywood-Export Florence Kasumba („Black Panther“) ist heute Abend erstmals als Kommissarin im Tatort „Das verschwundene Kind“ zu sehen.

Florence Kasumba neu im "Tatort": "Meine Kampfkunst-Kenntnisse wären hilfreich"

Foto: Becher/WENN.com

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) hat mit den Konsequenzen ihres letzten, misslungenen Einsatzes zu kämpfen. Als dessen Folge wurde sie vom LKA Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt. Nun versucht sie den Spagat zwischen ihrer Arbeit und ihrem Familienleben in Hannover. Außerdem muss sie mit einem neuen Team klarkommen, obwohl ihr gerade mangelnde Teamfähigkeit attestiert wurde.

Besondere Reibungspunkte gibt es zwischen Charlotte Lindholm und ihrer neuen Kollegin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba), die sich in ihrer Arbeit ähnlich dominant wie sie verhält. Ihr Fall geht den beiden Kommissarinnen an die Nieren: In der abbruchreifen, verdreckten Umkleidekabine eines Schul-Sportplatzes wird entdeckt, dass hier eine Frau unter mysteriösen Umständen entbunden hat. Manches deutet auf ein Verbrechen hin. Wo sind Mutter und Kind, leben sie noch?

Im ARD-Interview sprach die 42-Jährige Kasumba über ihre neue Rolle. Hier ein Auszug.

Sie haben in internationalen Hollywoodproduktionen wie „Black Panther“ oder „Avengers: Infinity War“ mitgewirkt. Was reizt Sie am typisch deutschen „Tatort“-Format?
Mich reizen die Geschichten, die unterschiedlichen „Tatort“- Kommissare und die Art und Weise, wie die Ermittler
den Tätern auf die Spur kommen.

Seit der Bekanntgabe Ihrer Rolle als „Tatort“-Kommissarin wird in den Medien über Ihre Hautfarbe geredet. Ist das ein Indikator dafür, wie wenig selbstverständlich Vielfalt im deutschen Fernsehen ist?
Es ist ein Indikator dafür, dass Deutschland für diese Idee und für die Veränderung in der Medienlandschaft bereit ist. Das gefällt mir.

Florence Kasumba neu im "Tatort": "Meine Kampfkunst-Kenntnisse wären hilfreich"

Foto: NDR/Christine Schroeder

Wie würden Sie die Kommissarin Anaïs Schmitz charakterisieren?
Anaïs Schmitz ist eine souveräne Ermittlerin mit einem guten Verhältnis zu ihren Kollegen. Ihre Schwäche: Ihr Temperament geht manchmal mit ihr durch.

Auffällig ist, wie durchsetzungsfähig, aber auch aggressiv Anaïs Schmitz agiert. Wird hier ein neues, manchmal auch unbequemes Frauenbild entworfen?
Ich finde das Bild der Frau, die sich durchsetzt, gar nicht neu. Besonders in Berufen, die von Männern dominiert werden. Frauen mu?ssen besonders im Sicherheitsbereich aggressiver auftreten, weil sie oft nicht ernst genommen werden. Mir wurde beim Spiel sehr viel Freiraum
gegeben. Diese Chance habe ich genutzt und das Ergebnis ist eine Ermittlerin mit einer gewissen Festigkeit.

Florence Kasumba neu im "Tatort": "Meine Kampfkunst-Kenntnisse wären hilfreich"

Foto: NDR/Christine Schroeder

Sie ermitteln gemeinsam mit Charlotte Lindholm. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Die Figuren: Beide sind sehr erfahrene Kommissarinnen, die sich erst einmal an eine Zusammenarbeit gewöhnen müssen, was den beiden anfangs schwer fällt. Es stellt sich aber schnell heraus, dass sie einen ähnlichen Ermittlungsstil haben und mit der Hilfe der Göttinger Kollegen
bilden sie ein gutes Team. Maria und ich: Ich arbeite sehr gerne mit erfahrenen und selbstbewussten Kolleginnen.
Im Gegensatz zu Charlotte und Anaïs hatten wir von Anfang an einen sehr respektvollen Umgang miteinander. Ich mag Marias Professionalität, ihre ruhige Arbeitsweise und ihren Humor. An meinem letzten Abend haben wir uns bei der Verabschiedung umarmt. Das war ein schönes Gefühl, weil ich wirklich jeden Drehtag mit ihr genossen habe. Ich freue mich auf unseren nächsten gemeinsamen Fall.

Charlotte Lindholm begeht gleich am Anfang einen peinlichen Fehler, weil eine dunkelhäutige Kommissarin offenbar ihr Vorstellungsvermögen übersteigt – ein typischer Fall von Alltagsrassismus, der auch Ihnen manchmal begegnet?
In der besagten Szene betritt Charlotte den Tatort, trifft Gespräch mit Florence Kasumba auf ihre neuen Kollegen und sieht Anaïs Schmitz als einzige im weißen Kittel mit Eimer in der Hand. Charlottes Vermutung, dass es sich hier um eine Tatortreinigerin handelt, finde ich nicht schlimm. Anaïs sieht das jedoch anders und reagiert dementsprechend launisch. Manchmal erlebe auch ich Alltagsrassismus, aber ich habe gelernt, gelassen damit umzugehen. Oftmals hilft ein aufklärendes Gespräch.

Florence Kasumba neu im "Tatort": "Meine Kampfkunst-Kenntnisse wären hilfreich"

Foto: NDR/Christine Schroeder

Privat praktizieren Sie chinesische Kampfkunst. Werden Sie diese Fertigkeit auch im „Tatort“ einsetzen?
Mich faszinieren die unterschiedlichen Kampfstile. Bei meinem Training im Shaolin Tempel Deutschland übe ich Formen, kurze Choreographien und den Umgang mit traditionellen Waffen. Meine Kampfkunstkenntnisse wären auf jeden Fall hilfreich, wenn Anaïs Schmitz sich in zukünftigen Folgen verteidigen müsste.

Wie hat das neue Team bei den Dreharbeiten zusammengefunden?
Die Atmosphäre am Set war von Anfang an sehr locker. Ich hatte zuvor mit niemandem vom Team gedreht und habe mich sehr gefreut, mit Kollegen zu arbeiten, die ich sonst nur als Zuschauerin aus anderen TV-Serien und Filmen kenne. Ich mochte besonders die Drehtage im Präsidium. In den daraus entstandenen Szenen werden die Zuschauer einen guten Eindruck davon erhalten, wie fließend das Team Göttingen zusammenarbeitet.

Florence Kasumba neu im "Tatort": "Meine Kampfkunst-Kenntnisse wären hilfreich"

Foto: NDR/Christine Schroeder

Das könnte Euch auch interessieren

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren