Donnerstag, 21. Dezember 2017 19:04 Uhr

Florian David Fitz als „Märchenonkel der Nation“

Florian David Fitz ist heute Abend um 20.15 Uhr in der ARD in „Erich Kästner und der kleine Dienstag“ als ‚Märchenonkel der Nation“ zu sehen. Kästners Kinderbücher sind zeitlos und daher immer aktuell. Sie erzählen vom Leben und davon, es so zu nehmen, wie es ist. Seine Kinder sind Helden, weil sie ihre Chancen trotz mancher Widrigkeit erkennen und sich zu helfen wissen, immer schlagfertig, mutig und solidarisch.

Florian David Fitz als "Märchenonkel der Nation"

Foto: ARD Degeto/Ester.Reglin.Film/DOR Film/Anjeza Cikopano,

Der junge Erich Kästner ist scharfsinnig und politisch, Lebemann und Frauenheld. Dass er mit „Emil und die Detektive“ über Nacht zum Star bei den jungen Lesern wird, ist eine befremdliche Rolle für den kinderlosen und bindungsunwilligen Bohemien. Deshalb steht er dem Freundschaftsansinnen seines größten Fans, des siebenjährigen Hans Löhr, anfänglich auch distanziert
gegenüber, zumal er befürchtet, dass die herzliche Aufnahme in die Familie Löhr ihn in eine ungewollte Vaterrolle drängt.

Dennoch gewinnt der kleine Junge mit seinem wachen Geist und seiner aufrichtigen Direktheit zunehmend Kästners Herz.

Traumatisiert durch seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg und seitdem überzeugter Pazifist, muss Kästner hilflos mit ansehen, wie die Nazis die Macht ergreifen und er selbst zur Gefahr für Hans wird. Kästner wird schmerzlich bewusst, dass er den moralischen Anspruch in seinem literarischen Werk angesichts von Schreibverbot, Isolation und ständig drohender Verhaftung selbst nicht mehr gerecht werden kann.

Lob für seine Rolle als Kästner

Hauptdarsteller Florian David Fitz plauderte nun darüber wie es ist, eine rein fiktionale oder wie in diesem Film eine reale Figur zu spielen: „Der Unterschied ist, dass man ganz viel Futter hat, in das man sich hineinlesen kann. Was natürlich hinter dem übermächtigen Bild Kästners als ‚Märchenonkel der Nation‘ und dem riesigen Wust an Material zurückweicht, ist der private Mensch, vor allem in jungen Jahren. Und der war natürlich brüchiger und vielschichtiger. Und dann muss man entscheiden, wie genau man Kästner in Bild und Stimme nachbilden will.“

Florian David Fitz als "Märchenonkel der Nation"

Foto: ARD Degeto/Ester.Reglin.Film/DOR Film/Anjeza Cikopano,

Der Münchner Star erzählte weiter: „Nun sehe ich Kästner überhaupt nicht ähnlich und bin auch nicht aus Sachsen, es geht also weniger um die dicken Augenbrauen, sondern eher darum, einen Zipfel von seiner Essenz zu erwischen. Und wissen Sie, was erstaunlich ist? Einige der Menschen, die über Kästners Erbe wachen und verständlicherweise einen sorgenvollen Blick auf die Umsetzung dieser Rolle hatten, haben am Ende genau das wahrgenommen. Sie haben ‚ihren‘ Kästner gesehen und waren fast überrascht. Das hat mich natürlich gefreut, da war ja ein gewisser Druck drauf.“

„Kästner und der kleine Dienstag“ erzählt eine wahre, bislang unbekannte, Geschichte aus Kästners Leben. Dazu sagte der 42-jährige Frauenschwarm: „Sein Verhältnis zu Kindern war ja zwiespältig. Dadurch, dass er sie ernst nahm, waren sie quasi die besseren Erwachsenen für ihn. Er wusste auch, dass sie seine besten Kritiker waren und nahm das dankbar an, indem er Hans Löhr und seine Schwester seine Manuskripte gegenlesen lies. Aber so persönlich, in Fleisch und Blut, wusste er vielleicht gar nicht so viel mit ihnen anzufangen.“, so Fitz.

Florian David Fitz als "Märchenonkel der Nation"

Foto: ARD Degeto/Ester.Reglin.Film/DOR Film/Anjeza Cikopano,

„Erich Kästner war ein Star“

„Kästner war in den Zwanzigern ein Star und das hat er auch ausgelebt. Er hat sich auch gar nicht als Kinderbuchautor gesehen. Dass sich der „kleine Dienstag“ so in sein Herz schlich, hat ihn – so erzählen wir es zumindest – fast überrascht. Die Zeiten änderten sich rapide und plötzlich war es gefährlich, mit Kästner befreundet zu sein. Plötzlich übernahm er Verantwortung für diesen Jungen. Ob es in Wirklichkeit auch so war, weiß ich natürlich nicht.“

In einer Szene sagt Erich Kästner „gute Geschichten liegen auf der Straße“. Florian David Fitz selbst schreibt ja auch Drehbücher. Woher er die Ideen für seine Geschichten nimmt, verriet er im Interview zum Film: „Es gibt einen großen Ordner, da kommt alles herein, was mir auffällt, Figuren, kuriose Begebenheiten, seltsame Berufe, Träume, Zeitungsgeschichten. Ich glaube, das ist mit ‚auf der Straße‘ gemeint. Nichts darf beurteilt werden, das kommt später.“

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