Montag, 7. Mai 2018 18:49 Uhr

Fürst von Sayn-Wittgenstein auf Hartz IV: Das Interview

Sie wollten es wissen: In der neuen RTL-II-Doku-Soap „Promis auf Hartz IV“ verzichten Fürst Heinz und Fürstin Andrea von Sayn-Wittgenstein vier Wochen lang auf ihr Leben im Luxus. Die beiden, die man u.-a. aus „Goodbye Deutschland“ kennt, ziehen in eine kleine Wohnung in Köln, müssen mit dem Hartz IV-Regelsatz auskommen und sich dadurch verschiedenen Herausforderungen stellen. Das haben wir von klatsch-tratsch.de uns vom Fürsten genauer erklären lassen.

Fürst von Sayn-Wittgenstein auf Hartz IV: Das Interview

Fürst Heinz und Fürstin Andrea von Sayn-Wittgenstein

Fürst von Sayn-Wittgenstein, wie spricht man Sie eigentlich normalerweise an? Mit „Hochwürden“, „Eurer Durchlaucht“?
(lacht) Auf sowas lege ich ehrlich gesagt keinen Wert. Ich bin mit den meisten Menschen schnell per Du. Das ist doch einfach schöner, oder? Alle kennen mich als Fürst Heinz oder Heinz und sollen mich einfach mit meinem Vornamen ansprechen.

Warum sind Sie freiwillig – so sagen wir es mal salopp – „so tief gesunken“?
Ich wollte meine Vorurteile bereinigen. Doch allerdings haben sich diese bestätigt. Nein, sogar bestärkt.

Fürst von Sayn-Wittgenstein auf Hartz IV: Das Interview

Der erste Schock bei der Ankunft in ihrer 2-Zimmer Wohnung sitzt bei Heinz und Andrea tief – die neue Bleibe ist bei auf einen Herd un zwei Feldbetten komplett unmöbliert

Wie furchtbar war denn ihr Hartz IV-Experiment?
Für mich war es wirklich der blanke Horror. So schlimm hatte ich es mir nicht vorgestellt. Sonst hätte ich mich nie darauf eingelassen. Wir wurden sehr streng kontrolliert. Es wurde aufgepasst, dass uns niemand etwas zusteckt – Zigaretten zum Beispiel. Mein Freund Costa Cordalis durfte mich besuchen. Ich habe natürlich versucht zu tricksen und ihn gebeten, ein paar Stangen Zigaretten in seine Gitarre zu packen und in die Wohnung zu schmuggeln. Das ist aber selbstverständlich aufgeflogen. Da war ich echt sauer, aber im Nachhinein muss ich auch zugeben, dass das ja schließlich Sinn und Zweck des Experiments war.

Mit 521 Euro sollten Sie über vier Wochen kommen. Haben Sie das geschafft – und wenn ja wie?
Ob und wieviel Geld uns am Ende übrig geblieben ist, verrate ich jetzt natürlich noch nicht. Aber ich muss sagen, dass meine Frau Andrea wirklich das Geld gehütet hat. Ich wäre da nicht so diszipliniert gewesen.

Fürst von Sayn-Wittgenstein auf Hartz IV: Das Interview

Die Einrichtung mit zwei Feldbetten ist ja nun reichlich übertrieben. So schlimm ist es ja nun wirklich nicht bei Hartz IV-Empfängern. Wie war’s denn vier Wochen auf diesem Lager?
Die hatten wir Gott sei Dank nicht lange. Da haben wir uns ordentliche Betten zu einem günstigen Preis besorgt. Wir hatten ja 1.200 Euro zur Verfügung, um die Wohnung einzurichten. Meine Andrea ist direkt in der ersten Nacht auf dem Feldbett eingekracht und war eingeklemmt. Ich konnte danach kaum schlafen, weil ich versucht habe mich so wenig wie möglich zu bewegen und kaum zu atmen.

Was ist das Fazit Ihres Experiments?
Ich hätte nie gedacht, dass es so hart werden wird. Diese vier Wochen haben uns sehr viel abverlangt. Wir haben uns wahnsinnig auf Zuhause gefreut. Meine Andrea hatte mir, als wir wieder auf Mallorca waren, direkt ein Kaufverbot auferlegt. Uns ist dann erst so richtig bewusst geworden, was wir alles haben. Und natürlich haben wir uns auf unsere geliebten Katzen Mr. Monk und Lady Siri gefreut.

Fürst von Sayn-Wittgenstein auf Hartz IV: Das Interview

Fürstin Andrea von Sayn-Wittgenstein

Warum haben Sie eigentlich so oft mit Ihrer Frau Gemahlin gestritten? Sie teilten doch wochenlang das gleiche Schicksal.
Ach ja, wir haben ja vier Wochen auf engstem Raum gelebt und wenn man sparen muss, ist vieles nicht mehr so lustig. Wenn wir uns auf Mallorca einmal in die Haare kriegen, können wir uns wenigstens aus dem Weg gehen. Das konnten wir dort natürlich nicht. Wir haben uns über die kleinsten Dinge gestritten, unter anderem über Klopapier. Im Nachhinein ist das ja lächerlich, aber in dem Moment war es echt ernst.

Sie sagten gerade in einem Interview, „65 bis 70 Prozent“ nutzen das System aus.
Das war schlichtweg mein persönlicher Eindruck aus dem vierwöchigen Experiment. Ich habe gemerkt, dass es drei Gruppen von Hartz IV-Empfängern gibt. Die eine möchte gerne arbeiten und findet einfach nichts. Die andere ist erkrankt und kann einfach nicht arbeiten gehen. Diese Menschen sollten meiner Meinung nach noch mehr Unterstützung erhalten. Und dann gibt es eben noch die besagte – meiner Meinung nach – größte Gruppe: Die Menschen, die einfach nicht arbeiten wollen, da sie keinen Schulabschluss und keine Ausbildung haben. Sie würden mit einem Job nicht so viel verdienen, wie sie aktuell bekommen. Wie soll das die Menschen denn motivieren?

Fürst von Sayn-Wittgenstein auf Hartz IV: Das Interview

Fürst Heinz von Sayn-Wittgenstein

Gibt es einen Ratschlag für Leute die mit weniger auskommen müssen. Kann so ein stinkreicher Mensch wie Sie überhaupt Leuten an der Armutsgrenze praktische Ratschläge erteilen?
Natürlich geht das. Da habe ich von meiner Andrea ganz viel lernen können – was mir ehrlich gesagt auch oft etwas peinlich war. Sie ist immer kurz vor Schluss auf den Markt und hat da tatsächlich um Cents gefeilscht. Dafür hat sie in ihren Augen super Produkte bekommen, also Obst, Salat und so weiter. Ich esse sowas ja nicht so gern… Ich habe auch versucht zu helfen und zwar einer jungen Frau, die gerne eine Friseurausbildung machen wollte und keinen Kita-Platz für ihr Kind hatte.

Sie kommen ja als adoptierter Fürst eigentlich aus ärmeren Verhältnissen. Welche Erinnerungen sind Ihnen geblieben?
„Natürlich kann ich mich noch an meine Kindheit erinnern. Ich bin in einem sogenannten Glasscherbenviertel in Regensburg aufgewachsen. Dort bin ich bei meiner Oma aufgewachsen, die in einer Metzgerei geputzt hat. Ich habe sie dort oft besucht – fast jedes Mal, wenn sie dort war. Sie hat immer alles für mich getan und geschaut, dass es mir gut geht.

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