Donnerstag, 4. November 2010 21:17 Uhr

Ganz großes Kino auf engstem Raum: „Buried – Lebendig begraben“

Berlin. Der neue Film „Buried – Lebendig begraben“ des spanischen Regisseurs Rodrigo Cortés (37Jahre) ist ein atemberaubender Thriller im wahrsten Sinne des Wortes. Stell dir vor du erwachst aus der Bewusstlosigkeit in einer Holzkiste in welcher du dich kaum umdrehen kannst und die Nägel an den Ecken machen dir klar, dass du dich ca. zwei Meter unter der Erde befindest. Was würdest du tun? Ein Handy, ein Zippo und ein Flachmann – mehr steht nicht zur Verfügung. Fortgang und Ende der Story sei hier mit Absicht nicht erwähnt.

Diese fiktive Geschichte ist spannend bis zur letzten Minute und kann effizienter kaum sein, denn sie kommt mit nur einem Schauspieler aus: Ryan Reynolds. Er spielt in dieser klaustrophobischen Situation die Emotionen des Paul Conroy in voller Bandbreite: Angst, Panik, Verzweiflung, Ruhe, Resignation, Verleugnung, Hoffnung, Traurigkeit und Wut bis zur vollen Erschöpfung.

Während des gesamten Films gibt es nur eine Innenaufnahme in nur einer Location: Die zugenagelte Holzkiste in der Größe von zwei Quadratmetern ca. zwei Meter unter dem Wüstensand irgendwo im Irak. Es waren 17 Drehtage angesetzt und an jedem wurden 25 bis 35 Szenen gedreht. Das bedeutet, Ryan Reynolds war 17 Tage für den Film in der Horrorkiste! Aber: Wie dreht man in solch einer Kiste wochenlang? Zur Realisierung des Films bedurfte es einiger Tricks. Hier hat sich der Regisseur von Hitchcock inspirieren lassen. Er benutzt 360-Grad-Kamerafahrten, drehbare Kameras, Handheld-Aufnahmen. Und das alles massiv auf 35mm. Die Bilder konzentrieren sich auf das Wesentliche und geben der Performance damit die dramatische Dichte.

Fazit: „Buried“ ist eine Meisterleistung des kanadischen Schauspielers Ryan Reynolds, des Drehbuchautors Chris Sparling, der Regie Rodrigo Cortés und der Kameraführung durch Eduard Grau. 90 Minuten exzellentes Kino wie man es leider lange nicht gesehen hat! (Eva Magdon)

Fotos: Ascot

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