„Gemischtes Hack“: Ritterschlag für Felix Lobrecht und Tommi Schmitt

„Gemischtes Hack“: Ritterschlag für Felix Lobrecht und Tommi Schmitt
„Gemischtes Hack“: Ritterschlag für Felix Lobrecht und Tommi Schmitt

Foto: Tommi Schmitt Instagram/ IMAGO / Future Image

27.02.2021 12:00 Uhr

„Gemischtes Hack“ - was früher in erster Linie gut für Klopse und Kohlrouladen war, rasiert inzwischen regelmäßig alle Rankings, wenn es um Podcasts geht. Stand-Up-Comedian Felix Lobrecht und Comedy-Autor Tommi Schmitt sind mehrfach preisgekrönt, unfassbar beliebt – und die Lobhudelei nimmt gar kein Ende!

Für die aktuellsten Credits hat diese Woche „Der Spiegel“ gesorgt. Denn an der Hamburger Ericusspitze wählte man als Headline für einen Artikel über den neuen Podcast von Barack Obama und Bruce Springsteen den Titel „Gemischtes US-Hack“. Referenz und Ritterschlag zugleich für das ungleiche Podcaster-Paar aus Germany!

„Gemischtes US-Hack“

Im Artikel selbst werden dann keine konkreten Hack-Parallelen mehr gezogen, aber die Headline reicht auch absolut aus, um zu zeigen, dass „Gemischtes Hack“ selbst in intellektuellen Kreisen mehr als ein Punkt auf der wöchentlichen Einkaufsliste ist. Stand-up-Comedian Felix Lobrecht (32) und Comedy-Autor Tommi Schmitt (32) sind zwar weder Rockstar noch Ex-Präsident, aber nicht nur hierzulande fast so beliebt wie ihre amerikanischen Kollegen.

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Wie viel „Hack“ steckt in „Renegades“?

In „Renegades: Born in the USA“ spricht Barack Obama (59) mit Bruce Springsteens (71) unter anderem über das gespaltene Amerika, moderne Männlichkeit, Ehe und Freundschaft. „Gemischtes Hack“ funktioniert ähnlich, aber nicht ganz so hüftsteif. Vielleicht hat Felix deswegen bereits auf Instagram dem Mr. Ex-President seine Hilfe in Sachen „Podcasting“ angeboten – „unter Kollegen“, versteht sich. „Der Spiegel“ nennt das Duo Obama/Springsteen zwei kulturelle „Großkaliber“. Eine ähnliche Durchschlagskraft muss auch dem Team Lobrecht/Schmitt attestiert werden. Vielleicht statt kulturell – eher komödiantisch. Aber Witzigkeit ist ja auch Kultur.

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Darum sind Tommi und Felix die coolere Version

Kulturbeauftragte sind also alle vier Schwergewichte – aber wohl eher für unterschiedliche Zielgruppen. Aufgrund der Hauptakteure bei „Renegades“ ist es vorstellbar, dass sich das Publikum von Obama und der Rock-Legende entweder auf Intellektuelle oder auf Ü50-Hausfrauen begrenzen wird, die nebenbei den Putzlappen schwingen, während „Gemischtes Hack“ hierzulande von Altersgruppen und Bildungsschichten aller Art gefeiert wird. Felix und Tommi sind auch deswegen cooler, weil sie völlig unzensiert über gesellschaftlich mehr oder weniger relevante Themen diskutieren, ohne sich dabei Gedanken machen zu müssen, was wohl ihre ehemaligen Wähler von ihnen denken. Die Vorbildfunktion eines ehemaligen US-Politikers lastet jedenfalls nicht auf den Schultern der beiden.

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Anzugträger trifft auf Rockstar

Dennoch gibt es auch Parallelen zwischen den Podcastern. In beiden Fällen könnten die Hosts auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein. Dennoch bedienen sie alle klassische Archetypen. Und genau darin ähneln sie sich dann eben auch wieder. Während Tommi Schmitt als (immerhin fast fertig) studierter Journalist eher in die Anzugträger-Klischee-Schublade von Obama sortiert werden könnte, steckt in Felix Lobrecht die DNA eines unbekümmerten Rockstars à la Bruce Springsteen, auch wenn er auf den ersten Blick nach dicker Hip-Hop-Hose und Bling Bling aussieht.

Genau wie Bruce wuchs Felix in einfachen Verhältnissen auf. Beide haben früh rebelliert. Springsteen gegen den cholerischen Vater, Lobrecht gegen Obrigkeiten jeglicher Art. Er flog von der Schule, holte sein Abi aber trotzdem nach – und hat sogar studiert (auch nicht fertig). Er hatte auch mal die falschen Freunde – und fand trotzdem den für sich richtigen Weg. Ihm ist völlig egal, was andere über ihn denken, er bleibt lieber alleine, dafür sich selbst treu. Klingt doch verdächtig nach den Lyrics für einen neuen Springsteen-Song.

Wie viel Obama steckt in Tommi Schmitt?

Hören würde den neuen Springsteen- Song aber wohl nur Tommi Schmitt, der ja auch passionierter Phil Collins-Fan ist. Er, der distinguierte Ostwestfale, der Ärztesohn mit Klavierunterricht, der Hobby-Monk, der immer leicht overdressed ist, könnte schnell in die Langweiler-Schublade geschoben werden, in der bereits eine Batterie Polohemden (mit hochgestelltem Kragen) liegt.

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Aber ganz so einfach macht es einem der Junge aus gutem Hause eben doch nicht. Er ist mit Leib und Seele Gladbach-Fan, ein begnadeter Ralf-Möller-Imitator und irgendwie bei allem bürgerlichen Anstrich auch ein sehr charismatischer Freak – selbst im Anzug. Klingt doch irgendwie verdächtig nach Team Obama. Doch vielleicht würde genau jetzt Felix intervenieren. Denn immerhin hat er Politikwissenschaften studiert. In Marburg. Wissen die wenigsten.

(JuC)