Golden Globes 2021: Das waren die größten Momente der 78. Verleihung

Tina Fey (l.) und Amy Poehler gaben als Moderatorinnen-Duo ihr Bestes, so wirklich wollte es aber nicht klappen. (stk/spot)
Tina Fey (l.) und Amy Poehler gaben als Moderatorinnen-Duo ihr Bestes, so wirklich wollte es aber nicht klappen. (stk/spot)

imago images/ZUMA Press

01.03.2021 11:14 Uhr

Die 78. Ausgabe der Golden Globes musste aufgrund der Corona-Pandemie in vielerlei Hinsicht improvisieren. Hier die rührendsten und peinlichsten Momente.

Dank der 78. Ausgabe der Golden Globes ist sie endlich offiziell und mit reichlich Verspätung gestartet, die Awards-Saison 2021. Filme wie „Nomadland“ und „Borat Anschluss Moviefilm“ sowie die Serien „The Crown“ und „Das Damengambit“ kristallisierten sich als die großen Abräumer des Abends heraus. Doch auch abseits der Gewinner*innen bot die ungewöhnliche Corona-Ausgabe der Globes viel Gesprächsstoff. Hier die denkwürdigsten Momente, größten Aufreger und peinlichen Pannen.

Die Krux der Videokonferenz

Wer sich in diesen Zeiten schon mit mehreren Kollegen per Zoom- oder Teamscall zusammenschalten musste, kennt das Problem. Entweder plappern alle auf einmal drauflos, oder peinliche Pausen sorgen für Unbehagen. Folglich stellte es sich wenig überraschend als Mammutaufgabe für die beiden Moderatorinnen Amy Poehler (49) und Tina Fey (50) heraus, sich gegenseitig Punchline-Bälle zuzuspielen. Schließlich befanden sich die beiden Komikerinnern an unterschiedlichen Enden der USA – Fey scherzte aus dem traditionellen Beverly Hilton in Los Angeles, Poehler aus dem Rainbow Room in New York City. Die gewohnte Chemie der beiden, mit der sie für gewöhnlich für Lacher sorgen, blieb bei der 78. Ausgabe der Globes weitestgehend aus.

Ein gemuteter Superstar

Die technischen Probleme machten dabei auch vor den Preisträgern nicht halt, die sich per Videoschalte ihre Trophäen abholten. Die größte Panne ereilte dabei „Get Out“-Star Daniel Kaluuya (32), der bei seiner Dankesrede für den Preis als bester Nebendarsteller für „Judas and the Black Messiah“ zunächst sein Mikrofon einfach nicht anbekam. Und auch andere Gewinner*innen taten sich zuweilen schwer mit ihren Reden. Entweder, weil sie nicht wussten, wann sie damit anfangen sollen – oder damit aufhören müssten.

Einblick ins Familienleben – mit Kind und Hund

Doch die virtuellen Schalten ins Wohnzimmer der Superstars der Branche boten nicht nur Fremdscham-Momente. Viele Promis nutzten die Gelegenheit, um ihre Kinder und Haustiere zu präsentieren. „Minari“-Regisseur Lee Isaac Chung (42) etwa, bei dem es sich seine Tochter während seiner Dankesrede auf dem Schoss gemütlich gemacht hat. „Sie ist der Grund dafür, dass ich diesen Film gemacht habe“, sagte er unter anderem in diesem herzerwärmenden Moment. Sarah Paulson (46) sowie Jodie Foster (58) präsentierten derweil ihre jeweils verboten süßen Hunde in den Live-Schalten.

Jodie Fosters Glückskuss

Apropos Foster: Die Oscargewinnerin ist zwar schon seit Jahrzehnten im Rampenlicht, ihr Privatleben hält sie für gewöhnlich aber aus der Öffentlichkeit heraus. Nicht so bei ihrer Dankesrede, die sie als „Beste Nebendarstellerin“ halten durfte. Als ihr Name verkündet wurde, drückte sie ihrer Frau Alexandra Hedison (51) einen innigen Kuss auf die Lippen, die neben ihr auf der Couch saß. Ein besonderer Moment für die Schauspielerin, die erst 2013 ihr Coming-out feierte.

Jane Fondas Brandrede

Eine andere Filmlegende nutzte ihren Triumph für eine ebenso wichtige Botschaft. Jane Fonda (83), die dieses Jahr für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, hielt ein flammendes Plädoyer für mehr Diversität vor und hinter der Kamera. Die Geschichte eines jeden Menschen müsse „die Möglichkeit haben, gesehen und gehört zu werden“, so Fonda. „Lasst uns Anführer sein“, beendet sie ihre bemerkenswerte Rede.

Tina Feys vielsagender Seitenhieb

Genau bei diesem von Fonda kritisierten Aspekt mussten sich die Golden-Globes-Macher an die eigene Nase packen. Vor der Verleihung wurde vermeldet, dass unter den 87 Mitgliedern der Jury, die die Nominierungen bestimmen, kein einziger Schwarzer vertreten ist. Ein Umstand, denn Fey für einen vielsagenden Witz nutzte: „Die Hollywood Foreign Press Association besteht aus rund 90 internationalen, nicht-schwarzen Journalisten, die jedes Jahr auf der Suche nach einem besseren Leben Filmpräsentationen besuchen.“

Die letzte Ehre für den „Black Panther“

Umso bedeutsamer und rührender fiel mit diesem Hintergrund der Moment aus, als Chadwick Bosemans (1976-2020) Witwe Taylor Simone Ledward den Golden Globe virtuell entgegennahm, den ihr Mann posthum für seine Rolle in „Ma Rainey’s Black Bottom“ gewann. „Er hätte etwas Wunderschönes, etwas Inspirierendes gesagt. Etwas, das der Stimme in allen von uns Gehör schenkt, die sagt. ‚Du kannst es.'“ Ohne Zweifel der ergreifendste Moment der 78. Golden-Globes-Verleihung.

Chloé Zhaos geschichtsträchtiger Moment

Ein gar historisches Zeichen setzte Regisseurin Chloé Zhao (38), als sie den Preis als „Beste Regisseurin“ für das Drama „Nomadland“ bekam. Als zweite Frau überhaupt und als erste Asiatin der Filmgeschichte erhielt sie diese Auszeichnung. Erstmals ging diese Ehre im Jahr 1984 an eine Frau, Barbra Streisand (78) für ihren Film „Yentl“. Folglich dauerte es über 35 Jahre, ehe in dieser wichtigen Kategorie wieder eine Frau triumphieren durfte. Da ihr Werk auch als „Bester Film“ gewinnen konnte, werden ihr nun auch gute Chancen bei den Oscars 2021 eingeräumt.

Das deutsche Debakel

Abschließend noch der deutsche Blick auf die 78. Golden Globes. Dank der Miniserie „Unorthodox“ von Maria Schrader (55) und der Nachwuchsschauspielerin Helena Zengel (12) hatten Film- und Fernsehfans hierzulande doppelten Grund zum Mitfiebern. Am Ende musste sich „Unorthodox“ aber gegen „Das Damengambit“ und Zengel dem Hollywood-Star Jodie Foster geschlagen geben.