Freitag, 8. November 2019 10:24 Uhr

GQ-Awards: Hape Kerkeling mit launischer Rede

Franziska Krug/Getty Images for GQ Germany

„Men of the Year“: Bei der Gala in Berlin werden Hape Kerkeling, Toni Kroos und Sharon Stone erstaunlich politisch. Viele Stars huschten über den roten Teppich, deutsche Schauspieler wie Florian David Fitz, Jessica Schwarz und Tom Wlaschiha, Musiker wie Lena und Max Raabe, auch viele Models, Influencer und Sternchen.

Toni Kroos wurde als sogenannte Sports Icon geehrt. Laudator Klaas Heufer-Umlauf lobte den Weltmeister von 2014 als „Anti-Ronaldo“. Kroos sei der „Kopf der Nationalmannschaft“, sei aufrichtig und bescheiden. „Der braucht kein goldenes Steak.“ Kroos selbst rief zu Akzeptanz gegenüber Einwanderern auf. Es gebe viele Menschen, die Hilfe brauchten, „und es gibt vor allem auch Menschen, die hierher kommen in unser Land, denen im Idealfall geholfen wird, aber denen es auch schon ganz oft reichen würde, einfach nur akzeptiert zu werden“.

Toni Kroos und Marius Mueller-Westernhagen. Foto: Franziska Krug/Getty Images for GQ Germany)

Kerkeling ohne Dankesrede

Hollywoodstar Sharon Stone forderte derweil eine weniger männlich dominierte Filmindustrie. Gefragt nach dem Kino und was sich ändern müsse, sagte die Schauspielerin: „Ich glaube nicht, dass rein männlich orientierte Drehbücher und ein männlicher Blick auf die Welt der Weg ist, auf die Welt zu schauen. Ich denke, wir sollten Standpunkte von jedem und jeder sehen, alle Geschlechter-Wirklichkeiten, alle Hautfarben, alle Religionen.“

Und auch Entertainer Hape Kerkeling wurde politisch, jedoch auf launige Art. „Ich habe mich ehrlich gesagt dazu entschlossen, dass ich gar keine Dankesrede halte. Es ist mir einfach zu gefährlich – weil, was passiert? Du kriegst’n Shitstorm. Dann gehn’se runter zu deinem E-Golf und hauen dir unter Umständen die Scheibe ein, wenn du was Falsches sagst.“

Bestes Beispiel sei Barbara Schöneberger, wandte sich Kerkeling der Gala-Moderatorin zu. „Was sagt sie? ‚Ich mag keine geschminkten Männer.‘ Ich mag auch keine geschminkten Männer, aber ich sag’s nicht. Das ist der Unterschied. Ich mein, ich bin grad selber geschminkt. Ich weiß nicht, ob’s Ihnen aufgefallen ist – und auch beruflich das ein oder andere Mal. Ich muss sagen, es hat mir manchmal auch gefallen, muss ich ganz ehrlich sagen.“

„Alkohol ist nicht die Antwort“

Und dann holte Kerkeling noch aus: „Natürlich, Sie werden sagen: Hape, was treibt dich um? Sag’s uns doch! Ist aber ehrlich gesagt zu gefährlich“, sagte der Komiker grinsend, um dann hinzuzufügen, dass ihn das Rennen um den SPD-Vorsitz schon umtreibe. „Nicht, dass ich es werden wollte, aber ganz ehrlich: Die, die es werden wollen, können’s nicht. Und die, die können, wollen nicht.“ Bei der CDU sei es doch das Gleiche. „Die Bundeskanzler werden wollen, können’s nicht. Und die, die können, wollen’s auch nicht.“

GQ-Awards: Hape Kerkeling mit launischer Rede

Sharon Stone spricht im Sitzen. Foto: Matthias Nareyek/Getty Images for GQ Germany)

Dabei sei die Situation im Land derzeit schwierig. „Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land; die schärfste Opposition überhaupt – und so wenig Kanzler wie heut war noch nie.“

Kerkeling bedankte sich für die Auszeichnung in der Kategorie Entertainment und schloss mit den Worten: „Und ansonsten halt ich es mit einem Zitat meiner Lieblingsphilosophin Hannah Arendt: ‚Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, ich hoffe das Beste und ich nehm es, wie’s kommt.'“

Am Ende machte Moderatorin Schöneberger auch diesmal wieder ihren traditionellen Trinkwitz. Nach „Alkohol ist nicht die Antwort, aber man vergisst zumindest die Frage“ oder auch „Wein auf Bier: Das rat ich dir. Bier auf Wein: Das rat ich dir.“ hieß es diesmal mal wieder „Ich weiß, ihr könnt auch ohne Alkohol gut drauf sein, aber heute sollten wir auf Nummer sicher gehen.“ (dpa/KT)

Foto: Matthias Nareyek/Getty Images for GQ Germany

Die Preisträger der GQ Men of the Year-Awards 2019

DESIGNER OF THE YEAR: Kim Jones, Laudator: Stefano Pilati
FILM: „Das perfekte Geheimnis“: Florian David Fitz, Frederick Lau, Jessica Schwarz, Laudator: André Pollman (Publisher GQ)
STYLE: Billy Porter, Laudator: Justin O`Shea
INFLUENCER: Mariano Di Vaio, Laudator: Victoria Swarovski
SPORTS ICON: Toni Kroos, Laudator: Klaas Heufer-Umlauf
ENTERTAINMENT: Hape Kerkeling, Laudator: Michael Bully Herbig
CREATIVITY & DESIGN: Lewis Hamilton, Laudator: Lena Gercke
WOMAN OF THE YEAR: Sharon Stone, Laudator: Christiane Arp
LEGEND: Marius Müller-Westernhagen, Laudator: Markus Kavka

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