03.06.2020 12:14 Uhr

Günther Kaufmann: Auch Sohn Dave musste Rassismus erleben

imago images / Future Image

Günther Kaufmann kam 1947 als Sohn einer Deutschen und eines dunkelhäutigen US-Soldaten auf die Welt, damals eine absolute Seltenheit. Der Sohn des 2012 verstorbenen Schauspielers berichtet nun, dass er selbst viele rassistische Situationen erleben musste.

Nach wie vor ist die Thematik Rassismus aktuell, nicht zuletzt wegen des durch Polizeigewalt verstorbenen Afroamerikaners George Floyd. Dave Kaufmann erinnert sich selbst an viele Situationen, in denen er Fremdenhass zu spüren bekam.

Quelle: instagram.com

„Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich mich früher geschämt habe, weil mein Dad dunkel war! Im Sommer bin ich immer langärmelig herumgelaufen, weil ich nicht braun werden wollte. Ich wollte auch nicht Dave, sondern Christian heißen. Um bloß nicht aufzufallen. Es ist unglaublich, was ich in diesem Alter empfunden habe und was ich dachte! Heute kann ich nur über mich selbst den Kopf schütteln“, so Dave Kaufmann.

Er wurde beleidigt

Richtig schlimm waren Beleidigungen, die er als Kind über sich ergehen lassen musste, er erzählt: „Ich war ca. 14 oder 15 Jahre alt. Daran erinnere ich mich noch gut. Ich bin beim Fußball spielen mit meinen Freunden als Negerjunge beleidigt worden. Ich war so enttäuscht und traurig darüber! Ich wollte Weiß sein! Zu meinen Freunden gehören! Ich wollte nicht anders sein.“

Quelle: instagram.com

Und weiter: „Mein Dad hat sein ganzes Leben lang aufgrund seiner Hautfarbe schwer gehabt. Auch meine Großmutter musste sich beschimpfen lassen. Sie wurde immer wieder beleidigt, weil sie einen Negerjungen zur Welt brachte.“ (Anna Karolina Heinrich)