Montag, 1. Juni 2020 10:13 Uhr

Guido Maria Kretschmer: „Die Menschen sind gewaltbereiter“

imago images / Andre Lenthe

Guido Maria Kretschmer engagiert sich gegen häusliche Gewalt. Mit der Initiative „#sicherheim“ kämpft der Designer darum, das Tabu-Thema präsenter zu machen.

Gerade Kinder und Frauen sind aufgrund der Corona-Pandemie zur Zielscheibe gewalttätiger Übergriffe in den eigenen vier Wänden geworden. „Viele Menschen sind gewaltbereiter als vorher, wenn sie lange auf engem Raum aufeinander sitzen“, so der Designer.

Quelle: instagram.com

Betroffene wollen nicht darüber reden

„Oft hat es auch mit Angst zu tun: Viele können nicht über Probleme sprechen. Wenn dann noch Unzufriedenheit oder auch Alkohol im Spiel ist, eskaliert ein Streit in Gewalt. Der am meisten Geliebte wird dann am schlechtesten behandelt.“

Mit seinem Engagement will der „Shopping Queen“-Moderator dem Thema häusliche Gewalt „ein Gesicht und eine Stimme geben“, wie er im Interview mit „t-online.de“ erläutert hat.

Mehr Plätze in Frauenhäusern

„Viele Menschen erleben häusliche Gewalt, allerdings empfinden viele oft zu viel Scham, um darüber zu sprechen“, sagte der 55-Jährige. „Wir wollen zum einen Mut machen und zum anderen Wege aufzeigen, wie die Beteiligten mit Information, Aufklärung, Therapie und Prävention aus der Gewaltspirale herauskommen. Das ist ganz wichtig. Wir wollen auch Gelder generieren, damit mehr Plätze in Frauenhäusern zur Verfügung stehen.“

Ein Zuhause sollte schließlich Geborgenheit und Wärme bieten statt ein Sinnbild von Angst und Schrecken zu werden. „Egal, ob draußen ein Virus wütet oder nicht, ist es ein Grundrecht, Zuhause geschützt zu sein. Das sollten sich Menschen gegenseitig bieten“, forderte Guido zudem. (Bang)

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