Mittwoch, 3. April 2013 22:26 Uhr

Gundula Gause ist 20 Jahre beim ZDF: „Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen“

Gundula Gause (47), Co-Moderatorin des ‚heute-journals‘, hat auch nach 20 Jahren noch viel Spaß an ihrem Job. Aber nicht nur daran, die News zu präsentieren: „Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen und zu schreiben“, sagte Gause in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa wenige Tage vor ihrem Jubiläum am 5. April. Die Moderation sei nur der I-Punkt.

Gundula Gause

Gibt es zu wenig Frauen als Hauptmoderatoren? Findet Gause nicht, denn beim ‚heute journal‘ oder in den ‚Tagesthemen‘ gebe es hierbei ein „Patt“. Sie hält aber in den Chefetagen deutscher Unternehmen mehr Frauen für notwendig. „Da sehe ich – wie viele andere – noch Handlungsbedarf.“

Was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Arbeit?
Als „Nachrichtenfrau“ des heute-journals ein kleines Geständnis: Ich liebe es, Nachrichten auszuwählen und zu schreiben. Die Moderation ist praktisch der I-Punkt nach getaner Arbeit. Die Co-Moderation lässt sich zudem hervorragend mit meiner Familie in Einklang bringen – die Schichten in der Redaktion lassen sich ganz gut planen. Den berühmten Hanns Joachim Friedrichs verehre ich als Journalist und Anchorman, der mir mit seiner wunderbar unaufgeregten Art zu moderieren in Erinnerung bleibt.

Gundula Gause

Gibt es noch Nachrichten, die Sie überraschen?
Natürlich gibt es immer wieder Wendungen in Entwicklungen oder überraschende Ereignisse, die einen dann erstaunen. Wenn Dinge mit einer gewissen Dimension passieren, ist das aber immer in den Händen der Hauptmoderatoren – in meinen Sendewochen also bei Claus Kleber.

Gibt es eine besondere Panne, an die Sie sich erinnern?
Als ich in den 90er Jahren noch das Morgenmagazin moderierte, ist einem Professor der Neugeborenenmedizin während eines Schaltgesprächs einmal der Knopf aus dem Ohr unter den Tisch gefallen. Er kroch dann in der Liveschaltung unter den Tisch und war relativ lang nicht mehr zu sehen. Als er dann wieder auftauchte, sagte er: „Wir Neonatologen sind Krisensituationen aller Art gewöhnt.“ Er sollte damals etwas zu einer Geburt von Fünflingen sagen.

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Sollte es bei der Hauptmoderation aus Ihrer Sicht mehr Frauen geben?
Wir haben im Moment beim „heute journal“ oder in den „Tagesthemen“ ein Patt erreicht. Hinter den Kulissen am Redaktionstisch oder in Studio und Regie sind Frauen auch stark vertreten. Was aber ein Thema jenseits der Arbeit in den Medien und in der Moderation bleibt, sind Frauen in Führungspositionen. Da sehe ich – wie viele andere – noch Handlungsbedarf.

Interview: Marc-Oliver von Riegen, dpa

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Fotos: ZDF/Kerstin Bänsch

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