Sonntag, 8. Februar 2015 12:55 Uhr

„Härte“: Umjubelter Heiratsantrag auf Berlinale-Bühne

Ein Heiratsantrag hat Hunderte Berlinale-Besucher zum Jubeln gebracht. Die Premiere von Rosa von Praunheims ‚Härte‘ war am Freitagabend fast zu Ende, als Andreas Marquardt, um dessen Schicksal es in dem Film geht, mit einem Strauß Rosen in der Hand seine Lebensgefährtin Marion Erdmann fragte: „Marion, möchtest Du in den nächsten Monaten Frau Marquardt heißen?“. Sie möchte und sagte ‚Ja‘.

Marquardt war Karateweltmeister, brutaler Zuhälter, der seine Frau auf den Strich schickte, selbst aber Opfer – jahrelang missbraucht von seiner Mutter. 2003 wurde Marquardt nach insgesamt acht Jahren aus der Haft entlassen und ist bis heute zusammen mit seiner langjährigen Lebensgefährtin in einer Sportschule in Berlin-Neukölln tätig.

Der Film ‚Härte‘ läuft in der Nebensektion ‚Panorama‘. Er erzählt, wie Marquardt (Jahrgang 1956) als Kind von seiner Mutter sexuell missbraucht wurde, wie er als Zuhälter in Berlin arbeitete und als Kampfsportler Erfolge feierte. Er lernte Marion als junges Mädchen kennen. Sie hielt auch zu ihm, als er schließlich für mehrere Jahre im Gefängnis saß.

Katy Karrenbauer (52, bekannt aus der TV-Serie ‚Hinter Gittern – Der Frauenknast‘) spielt Marquardts Mutter, Hanno Koffler (34, ‚Freier Fall‘) verkörpert ihn als jungen Mann. Der 72-jährige von Praunheim (‚Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt‘) inszeniert den Film in einer Mischung aus nachgestellten studio-Szenen und Interviewsequenzen. (dpa/KT)

Fotos: WENN.com, Missingfilms

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