Donnerstag, 14. Juni 2018 09:19 Uhr

Hajo Seppelt: Der Staatsfeind reist lieber nicht zur WM

Das Risiko ist zu hoch: Hajo Seppelt, Russlands deutscher Staatsfeind, wird besser nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland reisen. Das entschieden ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und die verantwortlichen Redaktionen in Absprache mit Hajo Seppelt.

Hajo Seppelt: Der Staatsfeind reist lieber nicht zur WM

Foto: WDR/Herby Sachs

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erklärte zu diesem Entschluss in einer Mitteilung des Senders: „Die Sicherheit von Hajo Seppelt steht bei uns an erster Stelle. Aus diesem Grund haben wir uns nach intensiver Prüfung der Sachlage und unter Berücksichtigung aller Informationen, die uns vorliegen, für diesen Weg entschieden.“

Vorausgegangen war der Entscheidung ein Gespräch von Hajo Seppelt und verschiedenen Vertretern der ARD mit Außenminister Heiko Maas in dieser Woche.

Sicherheitsbedenken der Bundesbehörden

„Der Außenminister unterstrich, dass sich das Auswärtige Amt gegenüber den Ansprechpartnern in Russland nachdrücklich dafür einsetzt, dass Medien gerade auch während der WM frei und unabhängig ihrer Arbeit nachgehen können. Dies hat das Auswärtige Amt auch in diesem Fall getan. Minister Maas wies aber auf die möglichen Risiken bei einer Reise Herrn Seppelts nach Russland anlässlich der WM hin.

Er unterstrich, dass das Auswärtige Amt die Analysen auch der zuständigen Innenbehörden ernst nehmen müsse und mit Blick auf Sicherheitsfragen zu keiner anders gelagerten Einschätzung gelangen könne“, so die Sprecherin des Auswärtigen Amts Maria Adebahr.

Hajo Seppelt sagte dazu: „Ich bedaure die Entwicklung, aber trage die Entscheidung mit. Den Sicherheitswarnungen des Bundeskriminalamtes kann ich mich nicht verschließen. Insgesamt ist es eine besorgniserregende Entwicklung für den Sportjournalismus, wenn die Ausübung des Jobs bei der Fußball-WM mit kaum kalkulierbaren Risiken und womöglich folgenschweren Konsequenzen verbunden ist.“

Der ARD-Dopingexperte wurde zunächst ein Visum zur Einreise verwehrt, weil er stehe auf einer Liste der in Russland „unerwünschten Personen“ stehe. Nach internationalen Protesten gab Russland nach, drohte dann aber mit einer Festsetzung zwecks Verhör. Seppelt hatte 2014 in der TV-Repoertage „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ als einer der Ersten laut FAZ „zur Aufklärung des russischen Staatsdoping-Systems“ beigetragen.

In der heutigen Live-Sendung zur Eröffnung Fußball-WM ab 15:10 Uhr im Ersten wird sich Hajo Seppelt ausführlich zu der gesamten Thematik äußern.

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