Sonntag, 6. Januar 2019 11:07 Uhr

Halle Berry: Keine Rollen mehr – ist sie zu alt?

Foto: FayesVision/WENN.com

Hollywood-Star Halle Berry hat ein Problem: und zwar scheint sie gar nicht mehr so sehr ein Star zu sein… Offenbar bekommt die Schauspielerin kaum noch Rollenangebote. Doch das ist bei ihrem Können vor der Kamera und ihrer scheinbar immer gut laufenden Karriere in den letzten Jahren fast nicht zu glauben.

Halle Berry: Warum bekommt sie keine Rollen mehr?

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Dabei sahnte sie sogar 2002 als erste schwarze Frau den Oscar ab. Also woran liegt es, dass keiner mehr Berry auf der Casting-Liste zu stehen hat? Wirft man einen Blick zurück in die Vergangenheit der heute 52-Jährigen, dann merkt man relativ schnell, dass bereits ein bewegtes Leben hinter ihr liegt – und außerdem eine gar nicht sooo gut laufende Filmkarriere. 1989 lebte sie in einem Obdachlosenheim in New York City. 1991 feierte sie ihr Kinodebüt in Spike Lees hoch gelobtem  „Jungle Fever“.

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Nach einigen Nebenrollen in verschiedenen Filmen ergatterte Halle dann ihre erste Hauptrolle im Horror-Psycho-Thriller „Gothika“, der für zwar für ihren Durchbruch sorgte und an den Kinokassen einen beachtlichen Betrag von 141,6 Millionen US-Dollar erzielte, aber nur katastrophale Kritiken bekam. Das „Empire“-Magazin nannte es „einen überarbeiteten Horrorfilm, der das Budget und das Produktionsdesign auf ein Drehbuch verschwendet, das niemals das Licht der Welt hätte erblicken sollen“. Nun gut, schlechte Filme macht ja wohl jeder mal…

Es folgte endlich der Oscar

Offenbar nahm sich die Schauspielerin dann vor, bessere Angebote anzunehmen. Gesagt, getan: Halle Berry wurde zu sexy“Catwoman“. Ursprünglich sollte die Rolle Michelle Pfeiffer übernehmen und eigentlich sollte es auch ein Tim Burton-Spin-Off werden, doch die Idee starb während der Entwicklung. Stattdessen sprang die Halle als Katzenlady über die Leinwand. Mit einem Produktionsbudget von 100 Millionen US-Dollar wurde „Catwoman“ – nun ja, NICHT, zu einem Wahnsinnserfolg. Stattdessen rissen die Kritiker den Film regelrecht in Stücke. Die Idee einer weiblichen Superheldin scheiterte also grandios. Das einzig Gute für Berry war allerdings ihr Gehalt von 14 Millionen Dollar. Das milderte wohl auch den unangenehmen Auftritt, als sie die „Goldene Himbeere“ (quasi die Oscars für die grotten-schlechtesten Filme) entgegen nehmen musste. Hocherhobenen Hauptes hielt sie dann noch eine Rede, in der sie Warner Bros. dafür dankte, dass sie für das Stück besetzt wurde. „Ich möchte mich beim Rest der Besetzung bedanken. Um eine wirklich schlechte Leistung wie meine zu erbringen, muss man auch wirklich schlechte Schauspieler haben“. Ironie-Alarm! Das Filmstudio hätte sich diese Dankesrede wahrscheinlich eher nicht gewünscht…

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2002 folgte dann endlich der begehrte Oscar für Berrys erstklassige Leistung im Drama „Monster’s Ball“. Im Alter von 36 Jahren stand sie nun scheinbar an der Spitze ihrer Schauspielkarriere.

Dann kamen die Film-Flops

Doch es folgten leider noch mehr Flops, darunter ihre Rolle in „X-Men: The Last Stand“ im Jahr 2006. Das Ganze fühlte sich zuerst so an, als könnte es der richtige Zeitpunkt und die richtige Rolle sein, um wieder stark vor die Kamera zurückzukehren. Dies war jedoch nicht der Fall.. Was stattdessen folgte waren echte Reinfälle, zum Beispiel „Perfect Stranger“ oder in „Frankie & Alice„, in der sie eine Stripperin mit multipler Persönlichkeit spielt. Der Streifen spielte in den USA gerade mal 695.000 Dollar ein. „Cloud Atlas“ wurde 2012 zum größten Flop des Jahres und auch ihre Filme „Movie 43″ und „The Call“ verliefen sang-und klanglos im Karriere-Sande.

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Und das Privatleben der Schauspielerin war chaotisch. Seit Jahren bieten ihre Beziehungen Themen für sämtliche Klatschblätter. Ihre Ehe mit dem Baseballspieler David Justice endete 1993 und Berry dachte danach sogar an Selbstmord. Ihre Ehe mit Sänger Eric Benet scheiterte ebenfalls, da er an einer Sexsucht litt. Ihre Beziehung zu dem französischen Model Gabriel Aubry endete mit einem turbulenten Sorgerechtssreit, bei dem Berry 20.000 US-Dollar Unterhalt für die gemeinsame Tochter Nahla blechen musste. Ihre dritte Ehe mit Schauspieler Oliver Martinez endete nach nur zwei Jahren. Das turbulente Liebesleben der Schauspielerin könnte unter anderem ein Grund dafür sein, dass einige Filmstudios eher zögerlich an eine Besetzung mit ihr denken.

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Liegt es am Alter?

Vielmehr scheint es wohl aber an der offenbar abbauenden, schauspielerischen Leistung Berrys zu liegen, möglicherweise auch an ihrem Alter. Die Serie „Extant“ bot alle Voraussetzungen für einen echten TV-Hammer. Die von Steven Spielberg produzierte Serie, die bereits im Vorfeld ausgezeichnete Kritiken bekam. Und dann noch mit einer Oscar-Preisträgerin an Bord kann das ja nur gut gehen. Nach zwei Staffeln wurde die Serie abgesetzt. Autsch! Berry ist inzwischen über 50 und man weiß auch, dass dies bei weiblichen Schauspielerin in Hollywood mit der Zeit zu einem Problem werden könnte. Helen Mirren regte sich damals gegenüber dem „The Wrap“-Magazin darüber auf, dass Schauspielerin Maggie Gyllenhaal mit gerade mal 37 angeblich für eine Rolle abgelehnt wurde, weil sie zu alt sei.

2016 wies Berry auf der „Makers Conference“ auf die mangelnde Vielfalt Hollywoods in Filmprojekten hin. „Unsere Städte sind voller schwarzer oder brauner Menschen. Leider sehen wir in Filmen oft, dass nur in großen Metropolen wie Chicago, New York oder Atlanta gedreht wird und die farbigen Menschen werden nur beiläufig gezeigt oder laufen im Hintergrund mal eben so als Passant vorbei“. Als sie 2002 den Oscar gewann, hoffte sie, dass dadurch Frauen in Hollywood mehr Möglichkeiten bekommen würden. „15 Jahre später sitze ich hier und stelle fest, dass bisher keine andere farbige Frau so weit gekommen ist. Das ist herzzereißend“.

In Anbetracht des Talents Berrys ist es für die Fans frustrierend mitanzusehen, dass sie immer wieder in nur mittelmäßigen Filmen mitspielt. In einem „Daily Beast“-Artikel schrieb Autorin Ira Madison sogar: „Make Halle Berry Great Again“. Wir sind sehr dafür!

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