25.10.2020 19:13 Uhr

Harald Krassnitzer: „Ich kenne viele Leute, die Angehörige verloren haben“

Harald Krassnitzer spielt seit über 20 Jahren die Rolle des Wiener "Tatort"-Kommissars Moritz Eisner. Am Sonntagabend ermittelt er mit Adele Neuhauser (spielt Eisners Kollegin Bibi Fellner) in einem neuen Fall.

imago images / POP-EYE

Jetzt spricht der Schauspieler, dessen Schwager an Covid-19 erkrankt war, über Menschen, die das Virus noch immer leugnen. „Dass es allen Ernstes Leute gibt, die so tun, als gäbe es diese Krankheit nicht, macht mich wütend und irritiert mich wirklich“, erklärte er gegenüber dem Nachrichtenportal t-online. „Ich kann einfach nicht verstehen, wie man so weit von der Realität entfernt sein und so denken kann.“

„Es ist eine Bedrohung“

In seinem privaten Umfeld habe es viele Corona-Fälle gegeben, erzählt der 60-jährige  Harald Krassnitzer weiter. „Ich kenne viele Leute, die Angehörige verloren haben, selbst erkrankt sind oder in ihren Familien Erkrankungen hatten. Bei manchen war es verhältnismäßig harmlos, die hatten keine Symptome, andere hingegen hatten einen sehr, sehr schweren Verlauf und mussten richtig kämpfen.“ Einer seiner Bekannten habe seine Eltern durch die Lungenkrankheit verloren. „Insofern nehme ich das Coronavirus selbstverständlich als real wahr. Es ist da, es ist eine Bedrohung.“

Harald Krassnitzer: "Ich kenne viele Leute, die Angehörige verloren haben"

© ARD Degeto/ORF/Lotus Film/Anjeza Cikopano

Darum geht’s im neuen „Tatort“

Im aktuellen Fall „Krank“ geraten Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser mitten in einen Glaubenskrieg zwischen Schulmedizin und alternativen Heilmethoden. Als ein kleines Mädchen nach dem Einsatz sogenannter sanfter Medizin ums Leben kommt, schlägt das hohe Wellen, und es entbrennt ein erbitterter, hochemotionaler Streit.

Hätte sie wirklich sterben müssen, oder hätte sie bei anderer Behandlung vielleicht gerettet werden können? Hat sich ihr Vater, ein namhafter Vertreter der Alternativmedizin und Mitgründer des Unternehmens „Medicina Lenia“, bei der Behandlung seiner Tochter schuldig gemacht? Ein Gerichtsverfahren spricht ihn von derlei Vorwürfen frei. Doch dann wird er unmittelbar nach seinem Freispruch ermordet.

Harald Krassnitzer: "Ich kenne viele Leute, die Angehörige verloren haben"

© ARD Degeto/ORF/Lotus Film/Anjeza Cikopano

Schulmedizin gegen alternative Heilmethoden

Die Ermittlungen von Moritz Eisner und Bibi Fellner führen sie zu erschütterten Familienmitgliedern, überzeugten Heilspropheten und skrupellosen Machenschaften. So gerät das Wiener Ermittlungsduo mitten in einen Glaubenskrieg, bei dem es nicht um Religionen im ursprünglichen Sinn geht, sondern vielmehr um etwas, das für jeden Menschen von existenzieller Bedeutung ist: Gesundheit.

Der Kampf zwischen den Vertreterinnen bzw. Vertretern der sogenannten Schulmedizin und den Anhängerinnen bzw. Anhängern alternativer Heilmethoden wird mit geradezu fanatischer Härte geführt – und am Ende lässt die profitabelste aller Branchen alle moralischen Grenzen verschwimmen … (PV/PM)