Mittwoch, 15. August 2018 12:07 Uhr

Harvey Weinstein: Neue Klage zugelassen

Harvey Weinstein, ehemaliger US-Filmproduzent, vor einem Gerichtsgebäude in New York. Foto: Seth Wenig

Der Fall Harvey Weinstein zieht immer wieder Kreise. Es gibt eine neue Klage gegen den gefallenen Hollywood-Produzenten und einflussreichen Medienmogul.

Harvey Weinstein: Neue Klage zugelassen

Harvey Weinstein, ehemaliger US-Filmproduzent, vor einem Gerichtsgebäude in New York. Foto: Seth Wenig

Eine britische Schauspielerin hat eine Klage gegen den einstigen US-Filmmogul Harvey Weinstein wegen sexuellen Missbrauchs durchgesetzt. Das Gericht in New York sah am Dienstag in den Vorwürfen von Kadian Noble genügend Anhaltspunkte für Verstöße gegen US-Gesetze gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Noble, die sich auf Instagram gerne etwas freizügiger präsentiert, hatte vorgebracht, dass Weinstein sie 2014 in einem Hotelzimmer in Cannes zu einer gewerbsmäßigen sexuellen Handlung gezwungen habe. Demnach soll Weinstein der aufstrebenden Darstellerin zunächst eine Filmrolle versprochen haben. Anschließend habe er sie betatscht und zu sexuellen Handlungen gezwungen.

Quelle: instagram.com

Dutzende Frauen mit Vorwürfen

Die Vorwürfe der britischen Schauspielerin reihen sich in eine ganze Serie, die Dutzende Frauen gegen den einst mächtigsten Filmproduzenten der USA wegen sexueller Übergriffe erhoben haben. Der 66-Jährige ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, die er aber bestreitet. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe.

Weinstein befindet sich derzeit gegen eine Kaution von 1 Million Dollar auf freiem Fuß. Erste Berichte über sein mutmaßliches sexuelles Fehlverhalten in der Presse hatten immer mehr Frauen dazu veranlasst, sich zu äußern und dafür den Hashtag #MeToo zu nutzen.

Richter Robert Sweet schrieb in seiner Begründung, der vorliegende Fall stelle zwar keinen typischen Sexhandel dar, die Vorwürfe seien aber einleuchtend und belegten, dass Weinstein mit seinem Verhalten gegen die entsprechenden US-Gesetze verstoßen haben könnte. Weinsteins Behauptung, Noble habe „nichts von Wert erhalten (…) spiegelt nicht die moderne Wirklichkeit wider“, schrieb Sweet weiter. Schließlich habe er ihr eine Rolle und den Kontakt zu seinem Umfeld in Aussicht gestellt. (dpa/KT)

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