15.07.2020 12:31 Uhr

Harvey Weinstein: Richter lehnt millionenschweren Vergleich ab

Schlappe für Harvey Weinstein. Der zuständige Richter hat den millionenschweren Vergleich abgelehnt, mit dem viele Zivilklagen enden würden.

Birdie Thompson/AdMedia/ImageCollect

Der New Yorker Richter Alvin Hellerstein hat den von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagenen fast 19 Millionen Dollar (etwa 16,6 Mio. Euro) schweren Vergleich – inklusive eines Entschädigungsfonds – zwischen dem ehemaligen US-Starproduzent Harvey Weinstein (68) und Dutzenden seiner Opfer am Dienstag abgelehnt.

Laut einem Statement, das dem „The Hollywood Reporter“ vorliegt, soll der Richter bei einer Anhörung am Dienstag zum einen bezweifelt haben, dass die Klägerinnen in einem Vergleich zusammengefasst werden könnten.

Kohle für Weinstein aus Fonds?

Er soll aber auch die Klausel als „unerhört“ bezeichnet haben, in der festgehalten ist, dass Harvey Weinstein ebenfalls Geld aus dem Fonds erhalten hätte, um seine Verteidiger bei künftigen Klagen davon bezahlen zu können. Aus diesem Fonds hätten auch jene Frauen entschädigt werden sollen, die Opfer seiner sexuellen Übergriffe geworden waren. Teil der Vereinbarung wäre zudem gewesen, dass Weinstein keine Fehler eingestehen muss.

„Wir werden die Entscheidung überprüfen und die nächsten Schritte festlegen“, sagte eine Sprecherin der New Yorker Generalstaatsanwältin Leticia James. „Unser Büro hat unermüdlich dafür gekämpft, diesen mutigen Frauen die Gerechtigkeit zu verschaffen, die ihnen zusteht, und wird dies auch weiterhin tun“.

Klägerinnen begrüßen die Entscheidung

Die Klägerinnen sind indes offenbar zufrieden mit der Entscheidung des Richters. Douglas H. Wigdor, ein Anwalt, der mehrere Frauen vertritt, sagte dem Sender „CNN“, er sei erfreut über die Entscheidung des Richters und bezeichnete die Bedingungen des Vergleichs als „unfair“. „Wir sagen seit mehr als eineinhalb Jahren, dass die Vergleichsbedingungen unfair waren und den Überlebenden sexueller Übergriffe niemals aufgezwungen werden sollten“, so Wigdor weiter. Es habe sie überrascht, dass der Generalstaatsanwalt diese Tatsache nicht erkannt habe. „Wir sind aber froh, dass Richter Hellerstein den einseitigen Vorschlag rasch abgelehnt hat.“

Mit dem Vergleich wären fast alle Zivilklagen gegen den Produzenten, seine Firma und mehrere seiner Geschäftsführer beigelegt worden.

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Ex-Filmmogul zu 23 Jahren Haft verurteilt

Der einstige Filmmogul sitzt derzeit eine 23-jährige Haftstrafe in New York ab, nachdem er im März 2020 wegen mehrfacher Vergewaltigung und sexueller Nötigung strafrechtlich verurteilt worden war. Eine weitere Anklage wegen sexueller Gewalt ist derzeit in Los Angeles in Vorbereitung und könnte erneut eine Freiheitsstrafe zur Folge haben. Weinstein bestreitet die Vergehen bis heute. Mehr als 80 Frauen werfen Harvey Weinstein vor, Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein.

(ili/spot)

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