Mittwoch, 12. Februar 2020 08:48 Uhr

Harvey Weinstein will vor Gericht nicht aussagen

imago images / ZUMA Press

Harvey Weinstein wird bei seiner Anhörung nicht selbst aussagen. Der 67-Jährige ist aktuell wegen fünf Anklagen vor Gericht, die ihn der sexuellen Belästigung, der sexuellen Gewalt und der Vergewaltigung bezichtigen.

Er selbst wird während der Anhörungen, die bereits seit Wochen vom obersten Gericht in Manhattan gehalten werden, aber nicht aussagen. Er plädiert in allen fünf Fällen darauf, nicht schuldig zu sein. Am Dienstag (11. Februar) wurden im Gericht sieben Zeugen in den Zeugenstand gerufen und außerdem erklärt, dass der in Ungnade gefallene Produzent nicht selbst aussagen werde. Weinsteins Verteidiger Damon Cheronis sagte gegenüber James Burke vom Gericht: „Wir haben das mit Mr. Weinstein besprochen. Natürlich plädiert er auf ’nicht schuldig'“.

Weinsteins Team feuerte gegen Zeugen

Der Staat hat seine Pflicht nicht erfüllt und er wird nicht aussagen.“ Burke fragte dann Weinstein, ob dieses Statement korrekt sei, woraufhin dieser lediglich antwortet: „Ja, das ist korrekt.“ Als Zeugen traten bisher unter anderem Paul Feldsher, ein ehemaliger Berater von Miramax, Weinsteins Produktionsfirma, die Gedächtnisexpertin Dr. Elizabeth Loftus und Talita Maia, eine Freundin der Klägerin Jessica Mann, die erzählte, dass Mann immer nur positiv von Weinstein gesprochen habe, vor Gericht.

In den vergangenen Sitzungstagen hatte Weinsteins Verteidigerteam um Anwältin Donna Rotunno versucht, Zweifel an der Darstellung von sechs Frauen zu säen, die dem Multimillionär in ihren Aussagen vor Gericht schwere Sexualverbrechen, darunter Vergewaltigung, vorgeworfen hatten. Dabei sagten auch Zeugen aus, die von einem freundschaftlichen Verhältnis der mutmaßlichen Opfer zu Weinstein, auch nach den mutmaßlichen Taten, berichteten.

In dem Prozess geht es im Kern um zwei Fälle: Weinstein wird vorgeworfen, 2006 die Produktionsassistentin Mimi Haleyi zum Oral-Sex gezwungen zu haben, eine weitere Frau soll er 2013 vergewaltigt haben. Es handelt sich um den größten Prozess in der „MeToo-Ära“ – mit Vorwürfen von Dutzenden Frauen gegen Weinstein startete die weltweite Bewegung im Jahr 2017. (Bang/dpa)

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