22.08.2020 21:38 Uhr

Heißer Scheiß: Das transparente öffentliche Klo ist da!

Mit technischen Innovationen stehen die Japaner seit Jahren auf dem Abstellgleis. Doch mit dieser magischen Erfindung sind sie uns fünfzig Jahre voraus.

imago images / AFLO

Das könnte bedeuten, dass wir in ungefähr in einem halben Jahrhundert alle unser Geschäft in stilvollen Toiletten mit transparenten Wänden betreiben werden.

Die ersten drei Modelle der futuristischer Toiletten wurden gerade in einem Park im berühmten Tokioter Szene Viertel Shibuya installiert.

Heißer Scheiß: Das transparente öffentliche Klo ist da!

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Der Trick mit dem Schloss

Die schrägen gläsernen Kabinen wurden vom berühmten zeitgenössischen japanischen Architekten Shigeru Ban entworfen. Diese öffentlichen Klo-Kabinen haben durchsichtige Wände – bis man sie betritt und abschließt. Dann werden die Wände auf einen Schlag milchglasig und undurchsichtig, so dass man den Kunden bei der Verrichtung seines Geschäfts nicht sehen kann. Wie’s funktioniert: Siehe Video unten!

Heißer Scheiß: Das transparente öffentliche Klo ist da!

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Spezialglas verhindert Durchblick

Die gewöhnungsbedürftigen Verrichtungsstätten mit einem Spezialfilm auf verschieden Glasschichten bestehenden Wände sind Teil des Tokyo Toilet Project, einer Initiative zur Bereitstellung besser zugänglichen öffentlicher Toiletten für alle, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Behinderung. Denn die städtischen Toiletten haben auch in Japan nicht unbedingt einen guten Ruf.

Mehr Sauberkeit, weniger Vandalismus

Doch was soll das Ganze? Die Nippon Foundation, die das Projekt leitet, erklärt, dass die transparenten Wände nicht nur cool, sondern eben auch nützlich sind! Die potenziellen Kunden können nämlich von außen nach innen schauen, um zu sehen, ob die Toiletten sauber sind und auch um sicherzustellen, dass sich niemand darin versteckt. Sie leuchten zur zusätzliche Sicherheit auch nachts.

„Es gibt zwei Dinge, über die wir beim Betreten einer öffentlichen Toilette besorgt sind,
vor allem, wenn sie sich in einem Park befindet.
Das Erste ist Sauberkeit und das Zweite ist, ob sich jemand drinnen befindet“. (Shigeru Ban)

Galerie

Geschlossene Türen, offene Fragen

Bei einem Stromausfall werden die Wände schlagartig undurchsichtig, heißt es.

Für Zweifler bleiben dennoch berechtigte Fragen: Was ist, wenn man die Tür nicht richtig abschließen kann? Oder die magische Technologie lässt mitten beim Pinkeln nach? Oder was ist, wenn ich angesichts der überwältigende Magie ohnmächtig werde – und keiner sieht mich da liegen … (PV)