Dienstag, 24. März 2009 10:08 Uhr

Helge Schneider: „Für Totengräber und Komiker gibt es immer etwas zu tun“

Komiker Helge Schneider(„Katzeklo“) ist ein disziplinierter Mann, der vor seinen Auftritten Wert auf Genauigkeit und Kontrolle legt: „Um mich herum muss alles perfekt sein, ich darf nicht von der Technik abhängig sein, sonst kann ich mich nicht entfalten. Manchmal geht auch etwas schief. Ich finde das nicht schlimm, aber es bedeutet für mich immer einen kleinen Einbruch.“, sagte er der aktuellen Ausgabe der „Brigitte“. (ab 25. März im Handel).


Seine Arbeit ist für Helge Schneider so wichtig, dass er vor vielen Jahren selbst dann auftrat, als während der Tournee sein Vater starb. „Mir ist noch nie etwas passiert, weshalb ich dachte: Ich kann nicht auftreten“, sagt der Künstler. „Was ich da mache, finde ich genauso wichtig wie alle anderen Umstände des Lebens, angefangen von Geburt bis Tod.“ Ganz ernst fügte er hinzu: „Ich will jetzt nicht sagen, dass der Beruf des Komikers dem Beruf des Totengräbers ähnlich ist, aber an sich gibt es immer etwas zu tun. In jeder Zeit ist es wichtig, sich zu exponieren, damit andere was davon abkriegen, von meinem Quatsch.“ Seine Arbeit sei „ein Spiel aus Tiefsinn und Flachsinn. Manche Menschen sind dafür schon zu erwachsen.“

Als Kind wurde er wegen seiner roten Haare gehänselt, manche Eltern seiner Schulfreunde ließen ihre Kinder nicht mit ihm spielen. Trotz seines Erfolgs und der gut besuchten Tourneen, die bei ihm mittlerweile regelmäßig fast ein Jahr dauern, sieht sich der 53-Jährige weiterhin als jemand, der nicht wirklich zum Rest der Gesellschaft passt. „Man ist ja so lange Außenseiter, bis die Leute einen als Idol erkennen“, sagt er. „Aber ein Außenseiter bin ich immer noch, ich lebe nur nicht im Outback, sondern mittendrin.“

Fotos: EMI

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren