31.12.2017 16:11 Uhr

Hier sehen wir den Haarschnitt des Jahres – und es ist kein Anfänger!

Wer kennt das nicht: Bad Hair Day! „Gefällt Ihnen der neue Haarschnitt?“ „Ja, ganz super, vielen Dank!“ Und später sitzt man zuhause und weint leise. In diesem Fall ist aber nicht der Kunde gemeint, sondern der Friseur.

Draufsicht auf die Horrorfrise des Jahres. Foto: Madison Police Department

Das „Wisconsin State Journal“ berichtete jetzt von einem sehr seltsamen und absurden Vorfall in Madison. Ein 22-Jähriger ging guter Dinge zu einem Friseursalon, um sich einen alltagstauglichen und typgerechten Haarschnitt verpassen zu lassen.

Friseur Khaled A. Shabani bekam den Auftrag, dem jungen Mann die Seiten mit dem Rasierer zu kürzen und einen Zentimeter insgesamt nun ja abzuschneiden. Und dann geschah das, was jeder Friseur und auch jeder Kunde fürchtet: ein blutiges Ohr! Offenbar hatte der Mann so viel herumgezappelt, dass der Friseur ihn mal eben zu einem waschechten Van Gogh verwandelte, indem er ihm mit der Schere so sehr ins Ohr schnitt, dass Blut sprudelte.

Verwarnungsgeld nach Ausraster

Und weil A. Shabani nun ohnehin bereits in rasender Schnippelwut war, dachte er sich, seinem Kunden nicht nur dem Ohr einen ordentlichen Schnitt zu verpassen, sondern auch den Haaren selbst. Er rasierte zwar, wie sein Auftrag es vorsah – allerdings nicht die Seiten, sondern den Mittelteil.

Und so sah der junge Mann am Ende aus wie eine ganz ganz schlimme Misch-Version von Prinz William nach dem Aufstehen und  Wotan Wilke Möhring in „Happy Burnout“  oder jemandem, der einem mordlustigen Schlitzer nur knapp entkommen war. Dumm gelaufen ist da wohl noch untertrieben. Der Kunde verließ jedenfalls auf der Stelle den Salon, um die Polizei zu rufen und um dann das zu retten, was noch zu retten war. (Ein anderer Friseur besserte es dann offenbar halbwegs aus.)

Friseur Khaled behauptete später, dass der Schnitt ins Ohr doch lediglich ein Unfall gewesen sei. Verhaftet wurde er trotzdem erstmal, erhielt später aber nur ein Verwarnungsgeld für ungebührliches Verhalten. In Zukunft will er etwas gegen seine Wutanfälle unternehmen. Ein Vertreter des Madison Police Department sagte dem Magazin: „Es ist zwar kein Verbrechen, jemandem einen schlechten Haarschnitt zu verpassen, aber man wird nun mal verhaftet, wenn man jemandem mit Absicht mit einer Schere das Ohr fast abschneidet.“

Seinen Job wird der Friseurmeister wohl nicht an den Nagel hängen müssen – im Gegenteil, vermutlich hat ihm der Vorfall noch große mediale Aufmerksamkeit verschafft. Einige Leute finden den abstrakten Haarschnitt vielleicht sogar stylisch, würden aber wahrscheinlich lieber auf ihr eigenes abgeschnittenes Ohr als Souvenir verzichten… (SV)