12.11.2020 16:42 Uhr

Hochschwangere Edith Stehfest spricht über ihre Vergewaltigung

Edith Stehfest wurde mit 17 Jahren betäubt und vergewaltigt. Am gestrigen Mittwoch musste die Schauspielerin und Frau von Ex-GZSZ-Schauspieler Eric Stehfest in Leipzig gegen ihren mutmaßlichen Peiniger aussagen. Ein harter Tag für die 25-Jährige.

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„Wie in einer Schockstarre“ beschreibt Edith Stehfest den Moment, als ihr die Polizei das Video vorspielte, das ihre eigene Vergewaltigung zeigt. Die Szenen darin: unerträglich. Damals war die junge Mutter erst 17 Jahre alt und mit K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt. Erst Jahre später erfuhr sie von der Vergewaltigung.

Ein großer Schock

Vor drei Jahren wurde Edith dann vom LKA mit einem Video konfrontiert, bei dem sie das Opfer darin identifizieren sollte. Zu sehen war in dem Film, wie eine bewusstlose junge Frau sexuell missbraucht wird. Dass es sich dabei um sie selbst handelt, begriff Stehfest erst beim Ansehen der Aufnahmen. Ein großer Schock!

Edith selbst hat keine Erinnerungen an das traumatische Erlebnis, da sie zum Tatzeitpunkt mit K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt war. „Ich erkannte mich sofort auf dem Video, wusste anhand meiner Frisur, dass ich da 17 Jahre alt gewesen sein muss.“

„Ich bin in einer Badewanne aufgewacht, ohne Hose“

Beim Täter soll es sich laut Ediths Angaben um ihren ehemaligen Drogendealer handeln. Der schreckliche Vorfall soll sich auch in seiner Wohnung abgespielt haben.

„Ich weiß noch einen Moment, der muss danach gewesen sein. Ich bin in einer Badewanne aufgewacht, ohne Hose und der Mann hat die Dusche über mich gehalten und mich angeschrien“, erinnert sie sich im Interview mit RTL.

Durch Zufall zur Gerechtigkeit

Der Fall sei eher zufällig ans Tageslicht gekommen. Durch eine Verwechslung sei der USB-Stick des Täters in die Hände einer Krankenschwester gefallen, die daraufhin die Polizei informierte. Auf dem Stick seien Kinderpornos und Vergewaltigungsszenen gewesen. Darunter auch die von Edith Stehfest.

Der Prozess gegen den 34-jährigen Mann wurde in dieser Woche in Leipzig eröffnet. Dem mutmaßlichen Vergewaltiger wird unter anderem vorgeworfen, die damals minderjährige Stehfest betäubt und vergewaltigt zu haben. „Es ist unfassbar schwer auszusagen und der Mann sitzt da im selben Raum neben einem“, erklärt Edith

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„Hat mich total aus der Bahn geworfen“

Zum Prozess wurde die Hochschwangere, die im Januar eine Tochter erwartet, von ihrem Ehemann Eric Stehfest begleitet. „Wirklich dort zu sitzen, den Täter zu sehen, hat mich total aus der Bahn geworfen. Eric hat mir heute ganz viel Kraft gegeben.“

Und weiter: „Ich glaube, das Schlimmste ist erst einmal getan: da rein zu gehen, den zu sehen, befragt zu werden.“ Ihr Eric ist stolz auf sie. „Ich habe vielleicht sogar noch nie eine Frau erlebt, die mit so einer Kraft diesem Thema entgegentritt und auch darüber spricht.“

Edith möchte mit ihrer Geschichte anderen Mut machen. Denn wie sie im Sat.1 Frühstücksfernsehen sagt: „Ich habe für mich festgestellt, dass Schweigen mir nicht hilft.“

In ihrem neuen Buch „Rebellen lieben laut“ erzählen Edith und Eric weitere – teils sehr private – Geschichten aus ihrem Leben. Außerdem verrät das Paar, wie es nach Erics „9 Tage wach“-Drogentrip weiterging und wie sie sich kennen und lieben lernten.