Hochwasser-Betroffene „stehen vor Trümmern ihrer Existenz“

Bagger reißen in Erftstadt-Blessem Häuser ab.  Auch drei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist die Lage nach Einschätzung von Bürgermeisterin Carolin Weitzel dramatisch.
Bagger reißen in Erftstadt-Blessem Häuser ab. Auch drei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist die Lage nach Einschätzung von Bürgermeisterin Carolin Weitzel dramatisch.

Oliver Berg/dpa

08.08.2021 06:28 Uhr

Ein Erdrutsch hat während der Flutkatastrophe in Erftstadt-Blessem bei Köln mehrere Häuser mitgerissen und einen riesigen Krater verursacht. Die Anwohner stehen teils vor dem Nichts.

Auch drei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe ist die Lage in Erftstadt-Blessem bei Köln nach Einschätzung von Bürgermeisterin Carolin Weitzel dramatisch.

„Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz und wissen einfach nicht, wie es weitergehen soll“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. In dem Ortsteil von Erftstadt hatte sich Mitte Juli während der Flutkatastrophe ein Erdrutsch nahe einer Kiesgrube ereignet. Mehrere Häuser wurden mitgerissen, es entstand ein riesiger Krater.

Keine Toten, aber…

„Zum Glück haben wir keine Toten und Schwerverletzten zu beklagen, aber dieses Ereignis wird tiefe Narben in den Seelen der Menschen hinterlassen“, sagte Weitzel. Nach aktuellem Stand seien acht Wohnhäuser irreparabel zerstört. Davon seien drei Wohnhäuser der Flut direkt zum Opfer gefallen. Ein Haus sei am 29. Juli abgebrochen worden, die vier verbleibenden Häuser müssten abgerissen werden.

Die Anwohner stünden jetzt zum Teil vor dem Nichts. Bisher habe die Stadt 4,4 Millionen Euro Soforthilfe an rund 2000 Antragsteller ausgezahlt. Das geschah in der Form einer Pauschale: 1500 Euro pro Haushalt und 500 Euro für jede weitere im Haushalt lebende Person. 5,5 Millionen Euro sind an Spenden eingegangen.

Ein Konzept für eine gerechte Verteilung will Weitzel am 24. August dem Stadtrat vorstellen. „Natürlich ist uns klar, dass das bei weitem nicht ausreichen wird, um die Schäden der Betroffenen zu decken“, sagte Weitzel. „Wir können da die zugesagten Hilfen von Land und Bund nur weiter einfordern.“