Samstag, 13. Juli 2019 15:37 Uhr

Hype Awards: Schafft es dieser Preis, den Echo zu ersetzen?

Foto: Imago images / Jan Huebner

Am Mittwoch fand in Berlin erstmals die Verleihung der Hype Awards statt. Das Event widmet sich der Auszeichnung aufstrebender Deutsch-Rapper. Aus diesem Anlass versammelten sich bekannte Größen des Rap-Business wie Sido (38), Luciano (25) oder Xatar (37) auf dem Roten Teppich in Berlin.

Sind die Hype Awards die neuen Echos?

Foto: klatsch-tratsch.de

Im vergangenen Jahr sorgten Farid Bang (33) und Kollegah (34) mit ihrem Antisemitismusskandal dafür, dass die Verleihung der Echos abgeschafft wurde (wir berichteten). Nun wurde ein neuer deutscher Musikpreis ins Leben gerufen: Der Hype Award. Die Verleihung widmet sich aber im Gegensatz zu den Echos ausschließlich der deutschen HipHop-Szene. Denn: Deutsch-Rap ist so angesagt wie nie zuvor.

Hype Awards: Schafft es dieser Preis den Echo zu ersetzen?

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Ein weiterer Unterschied zu den beerdigten Echos besteht darin, dass die Gewinner der Hype Awards nicht von einer ausgewählten Riesen-Jury, sondern allein von den Fans bestimmt werden. In Kategorien wie “Hype Künstler/in”, “Hype Instagram Account” oder “Hype Live-Act”, konnten die Fans vorab für ihren Favoriten voten. Insgesamt wurden 19 Kategorien zur Abstimmung angeboten.

Leider waren bei der Preisverleihung am Mittwoch die Hälfte der Award-Gewinner nicht vor Ort. Weder Capital Bra (24),  Shindy (30) noch Newcomer Mero (18) ließen sich in der Berliner Verti Music Hall blicken. Ausgerechnet die Acts, die in letzter Zeit für die meisten Schlagzeilen, aber auch für die besten Chart-Platzierungen sorgten.

Sind die Hype Awards die neuen Echos?

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Moderiert wurde das Ganze von Tänzerin Nikeata Thompson (38) und Moderatorin Visa Vie (32). Böse Zungen lästerten, dass das Publikum überwiegend aus jugendlichen „Rapper-Groupies“ und „möchtegern Gangstern“ bestand. Allerdings wollte den ganzen Abend nicht so wirklich Stimmung aufkommen. Nikeata Thompson flehte mehrfach das Publikum regelrecht an “mal richtig abzugehen” – allerdings vergebens. Immerhin lockerten Live-Acts wie Sido, Luciano oder US-Rapper Rick Ross (43) die Stimmung etwas auf.

Ersatz für die Echos?

In den Medien werden die neu geschaffenen Hype Awards jetzt mit den Echos verglichen. Offen bleibt die Frage, ob die neu ins Leben gerufenen Awards den abgeschafften Echo ersetzen können? Nikeata Thompson bezweifelt das.

Allerdings nicht aufgrund mangelnder Qualität der Veranstaltung, sondern ganz im Gegenteil: “Das hier ist die urbane Welt. Die urbane Welt wurde bei den Echos nie so wirklich vertreten”, so die Tänzerin gegenüber klatsch-tratsch.de.

“Bei den Echos wurde bei der Auswahl der Gewinner nur darauf geachtet welcher Künstler sich gut verkaufen lässt. Fans haben sich oftmals ganz andere Gewinner gewünscht, als die, die von der Jury gewählt wurden”, so die Moderatorin weiter. Zudem würdigte die gebürtige Britin die Arbeit der jungen Rapper: “Rap ist Poesie. Man muss mal sehen wie viel Arbeit hinter den Texten steckt”.

Fazit: Die Hype Awards haben das Potential sich als deutscher Musikpreis zu etablieren. Allerdings steckt der Preis noch in den Kinderschuhen und muss sich erst mal einen Namen machen. Wünschenswert wäre auch, dass hier die Macher nicht nur den Hype, sondern auch ihre Verantwortung vor Augen haben. So wäre es doch ein fragwürdiges Signal, wenn bei diesem Preis künftig locker Acts nominiert werden, die mit vergleichbaren Texten daherkommen, die damals für den Eklat beim Echo sorgten.

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