01.05.2019 19:09 Uhr

Im Kino: „Fighting with my Family“ – Wrestling ist Familiensache!

Foto: Robert Viglasky / Metro Goldwyn Mayer Pictures

Pünktlich zum heutigen internationalen Kampftag der Arbeiterklasse startet „Fighting with my Family“ in den Kinos. Wir haben den Film mit Dwayne Johnson in einer Nebenrolle schon gesehen.

Im Kino: "Fighting with my Family" - Wrestling ist Familiensache!

Foto: Robert Viglasky / Metro Goldwyn Mayer Pictures

Familie Knight tingelt mit Wrestlingvorstellungen durch die englische Provinz. Das Familienoberhaupt Ricky Knight (Nick Frost, 47, „Radio Rock Revolution“, „Hot Fuzz“) will es nach einer Karriere als Kleinkrimineller auf die ehrliche Art versuchen, in dem er alle Familienmitglieder auf Wrestling eingeschworen hat. Das Ergebnis ist ernüchternd: die Kohle reicht nie, die Familie kommt aus dem Unterschichten-Dilemma nicht heraus. Aber das Wrestling-Business hält die Familie zusammen.

Da wären Rickys Frau Julia (Lena Headey, 45, „Game Of Thrones“, „300“, „Ripleys Game“) und die Kinder Zak (Kack Lowden) und Paige (Florence Pugh). Der Umgang innerhalb der Familie ist herzlich und auch wenn es schräg klingt: behütet.

Mehr als nur durch die Provinz tingeln

Zu den Schaustellern zu zählen, hat den blöden Beigeschmack, zu den Freaks, den Aussätzigen zu gehören und das stört ganz besonders Paige. Paige und Zak wollen im Wrestling groß rauskommen und als ein Talentscout die beiden ins Trainingslager der größten Wrestlingorganisation eingeladen werden, sind die beiden Feuer und Flamme. Die World Wrestling Entertainment (WWE) steht für so steile Karrieren wie die von Dwayne „The Rock“ Johnson, dem das Geschwisterpaar auch prompt über den Weg läuft.

Zak als höflich Brite, nutzt die Gelegenheit, um „The Rock“ ein bisschen auszuquetschen und das macht er so enervierend nett, dass aus dem Gesicht, des berufsbedingt-freundlichem Weltstars alles profihafte verschwindet und so eine Ansage macht, dass es wundert, dass die Geschwister hinterher keine Sturmfrisur haben.

Im Kino: "Fighting with my Family" - Wrestling ist Familiensache!

Foto: Robert Viglasky / Metro Goldwyn Mayer Pictures

Die Geschwister müssen sich trennen

Paige kommt nach dem Aussieben im Trainingscamp weiter. Aber sie muss jetzt über den Teich und das heißt ´Farwell to the family´. Und ihr Bruder Zak muss damit leben, dass er gescheitert ist. Ab hier ist „Fighting with my Family“ eine klassische Fish-out-of-water-story. Paige ist britisch, sie ist sehr blass, trägt gern schwarz und an ihr haftet der Unterschichten-Schick. Alles an ihr wird im sonnigen Kalifornien als exotisch wahrgenommen und obwohl sie das kennt, das Anderssein ist es hier noch einen ganzen Zacken härter. Denn ohne Familie und Freunde ist der knalligbunte Wrestlingzirkus der USA der blanke Horror. Die Konkurrenz kommt aus dem Modelbusiness und/oder war Cheerleader.

Im Kino: "Fighting with my Family" - Wrestling ist Familiensache!

Foto: Robert Viglasky / Metro Goldwyn Mayer Pictures

Die Frauen sind alle viel größer als Paige – schlank, braungebrannt und durchweg blond. Selbst das Lächeln ist bei allen identisch und vor allem falsch. Paige lächelt nicht, sie ist bockig und grimmig und wütend. Was Paige besonders rasend macht ist, dass die Konkurrenz auch noch besser ist als sie!

Fazit: „Fighting with my Family“ ist britisches Herzkino nach einer wahren Geschichte. Ein verschroben englisches Individuum trifft auf amerikanische Massenware. Die pleenig-schrullige Situationskomik ist sehr witzig umgesetzt. (Kinotante Katrin)