In Tschechien öffnet neue Fußgänger-Seilbrücke

dpadpa | 11.05.2022, 14:34 Uhr
Blick auf die neue Brücke, die den Sauberg (Slamnik) mit der Bodenkoppe (Chlum) verbindet.
Blick auf die neue Brücke, die den Sauberg (Slamnik) mit der Bodenkoppe (Chlum) verbindet.

Vostárek Josef/CTK/dpa

Sie ist 721 Meter lang und führt in 95 Metern Höhe über eine Schlucht im Glatzer Schneegebirge. Am Freitag wird die Fußgänger-Seilbrücke für Besucher eröffnet.

Tschechien bekommt eine neue touristische Sehenswürdigkeit – aber nur für Schwindelfreie. Die 721 Meter lange Fußgänger-Seilbrücke führt in 95 Metern Höhe über eine Schlucht im Glatzer Schneegebirge und wird am Freitag für Besucher geöffnet.

Laut dem Betreiber der „Sky Bridge 721“ handelt es sich um die längste Brücke dieser Art in der Welt.

Das Bergresort in Dolni Morava verspricht ein „Adrenalinerlebnis“. In der etwas abgelegenen Region im Nordosten Tschechiens nahe der Grenze zu Polen erhofft man sich eine Zunahme der Besucherzahlen. Umweltschützer äußerten sich indes kritisch und monierten, dass das künstliche Bauwerk die Landschaft von Weitem dominiere.

Baukosten: Acht Millionen Euro

Die Brücke verbindet den Sauberg (Slamnik) mit der Bodenkoppe (Chlum). Sie ist nur in einer Richtung begehbar. Besucher müssen vorab online ein Zeitfenster buchen. Zum Startpunkt in einer Höhe von rund 1110 Metern über dem Meeresspiegel führt ein Sessellift. Bereits seit 2015 gibt es unweit einen 55 Meter hohen „Pfad in den Wolken“, den jährlich Hunderttausende besuchen.

Die Baukosten lagen bei umgerechnet knapp acht Millionen Euro. Getragen wird die Konstruktion mit einem 1,2 Meter breiten Gehweg von sechs Tragseilen. 60 weitere Seile und ein spezielles Dämpfersystem verhindern Schwankungen. Beim Bau, der vor zwei Jahren begann, kamen unter anderem Drohnen zum Einsatz.

In Tschechien hofft man auf eine Rückkehr der Touristen nach der Corona-Pandemie. Im letzten Vor-Pandemie-Jahr 2019 waren noch mehr als zehn Millionen ausländische Übernachtungsgäste gezählt worden. Im vorigen Jahr waren es nur noch knapp 2,6 Millionen, wie aus den Daten der Statistikbehörde CSU hervorgeht.