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Donnerstag, 20. September 2018 22:27 Uhr

Interview: Emma Stone über die schräge Netflix-Serie „Maniac“

Foto: Michele K. Short / Netflix

Emma Stone gehört zu den absoluten Topstars in Hollywood. Für ihre Hauptrolle in „La La Land“ wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Jetzt wagt sich die 29-Jährige erstmals ans Fernsehen. In der schrägen Netflix-Serie „Maniac“ (startet am 21. September) geht sie auf einen Trip durch ihr Gehirn.

Interview: Emma Stone über die schräge Netflix-Serie "Maniac"

Foto: Michele K. Short / Netflix

In der Netflix-Serie „Maniac“ spielt Oscar-Gewinnerin Emma Stone („La La Land“) die traumatisierte Annie, die gemeinsam mit dem an Schizophrenie leidenden Owen (Jonah Hill, „Moneyball“) an einer dubiosen Medikamentenstudie teilnimmt.

Nach der Einnahme neuartiger Tabletten durchlebt Annie nicht nur eigene Erinnerungen, sondern auch verrückte Fantasien, in denen sie mehrere Identitäten annimmt. „Normal“ gibt es nicht, sagt die 29-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

In einem Film spielen Sie üblicherweise nur eine Rolle, in die sie sich einleben können. Aber hier hatten Sie…
Fünf Rollen! Aber das war das Spannende daran. Ich hatte etwa zwei Wochen für jede Rolle, mit Ausnahme von Annie. Es war toll, in diese vielen verschiedenen Charaktere zu schlüpfen. Das zwar ein bisschen herausfordernd und anstrengend und verwirrend. Aber so ist die Serie ja auch: herausfordernd, anstrengend und verwirrend.

Es scheint ein Trend zu sein, dass immer mehr Filmstars auch Fernsehen machen, Nicole Kidman zum Beispiel. Was hat Sie gereizt?
Ich hab gedacht, wenn Nicole Kidman das getan hat, mach ich das auch. (lacht) Cary (Fukunaga, Regisseur) und ich haben schon im Januar 2016 darüber gesprochen, anderthalb Jahre, bevor es losging. Ich fand es einfach spannend, diese Charaktere über einen längeren Zeitraum zu erkunden. Es war keine Karriereentscheidung, aber es war mir eine Freude.

Interview: Emma Stone über die schräge Netflix-Serie "Maniac"

Foto: Michele K. Short / Netflix

Vor etwa zehn Jahren standen sie schon für „Superbad“ mit Jonah Hill vor der Kamera. Wird die Arbeit am Set dadurch leichter?
Ja, weil wir auch in der Zwischenzeit gute Freunde geblieben sind. Das war schön, Zeit mit meinem Kumpel zu haben. „Superbad“ war auch mein allererster Film. Es war toll, Jonah jetzt wieder vor der Kamera gegenüber zu stehen, vor allem in den Szenen, wo er die Vokuhilafrisur hat. (lacht)

Es gibt bisher nicht viele Shows, die sich mit psychischen Erkrankungen befassen. Wie wichtig ist der Aspekt für die Serie und wie wichtig ist es ihrer Meinung nach, dass darüber gesprochen wird?
Dass darüber gesprochen wird, ist sehr wichtig. Aber ich glaube, die Show bezieht nicht unbedingt Stellung dazu, zumal es ja auch in einer alternativen Realität spielt und alles, was die Figuren erleben, mit dieser Tablette zu tun hat.

Interview: Emma Stone über die schräge Netflix-Serie "Maniac"

Foto: Michele K. Short / Netflix

Kann eine TV-Serie helfen, mögliche Vorurteile bei dem Thema zu beseitigen?
Ich weiß nicht, aber ich hoffe, dass wir in der ganzen Welt endlich begreifen, dass es „normal“ nicht gibt. Wenn du eine Tablette brauchst, um deine chemische Balance zu halten – gut. Wenn du eine Therapie brauchst – in Ordnung. Am Ende des Tages geht es darum, wie wir Menschen miteinander umgehen, und dass wir uns nicht gegenseitig schlechte Laune machen. Wir haben alle unser Päckchen zu tragen.

Zur Person

Emma Stone wurde 1988 in Scottsdale, Arizona, geboren. Ihr Filmdebüt gab sie in der US-Komödie „Superbad“ (2007). Sie spielte in der romantischen Komödie „Crazy, Stupid, Love“ (2011) und der Satire „Birdman“ (2014). Für ihre Hauptrolle im Musicalfilm „La La Land“ erhielt sie 2017 unter anderem den Oscar und den Golden Globe. An der Serie „Maniac“ hat Stone auch als Exekutiv-Produzentin mitgewirkt.

Interview: Emma Stone über die schräge Netflix-Serie "Maniac"

Foto: Michele K. Short / Netflix

Zum Film „Maniac“

„Maniac“ spielt in einer Zeit und Welt, die der unseren durchaus ähneln, und erzählt die Geschichte von Annie Landsberg (Emma Stone) und Owen Milgrim (Jonah Hill). Die zwei Fremden lassen sich – aus jeweils eigenen Gründen – zur letzten Phase einer eigentümlichen Arzneimittelstudie rekrutieren. Während die teilnahms- und ziellose Annie unter der kaputten Beziehung zu ihrer Mutter und Schwester leidet, kämpfte Owen, der fünfte Sohn einer wohlhabenden New Yorker Industriellenfamilie, sein ganzes Leben lang mit einer umstrittenen Schizophrenie-Diagnose.

Aus Sehnsucht nach einem besseren Leben und mit dem Versprechen auf eine grundlegend neue Behandlungsmöglichkeit – eine Reihe von Tabletten, die ihrem Erfinder Dr. James K. Mantleray (Justin Theroux) zufolge von Geisteskrankheiten bis hin zu Herzschmerz sämtliche Störungen des Geistes und der Psyche heilen können – nehmen sie und zehn andere Fremde an einem dreitägigen Medikamententest von Neberdine Pharmaceutical und Biotech teil. Ihnen wird versichert, dass die Behandlung keinerlei Komplikationen oder Nebenwirkungen mit sich bringe und all ihre Probleme dauerhaft gelöst würden.

Interview: Philip Dethlefs, dpa

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