Samstag, 31. März 2018 16:27 Uhr

Jake Gyllenhaal: „Ich hätte diese Tortur nicht überlebt“

Ein Mann wird zum Symbol der Hoffnung für eine verwundete Stadt: Jeff Bauman verliert bei dem Bombenattentat auf den Boston-Marathon von 2013 beide Beine und kämpft sich mühsam ins Leben zurück. Das Drama „Stronger“ (nach Baumans gleichnamigem Buch) schildert seinen Leidensweg und inspirierenden Durchhaltewillen.

Jake Gyllenhaal: "Ich hätte diese Tortur nicht überlebt"

Foto: Studiocanal/ Scott Garfield

In der Hauptrolle zeigt Oscar- und Golden-Globe-Nominee Jake Gyllenhaal (Brokeback Mountain, Nightcrawler), der den Film auch produzierte, seine bislang stärkste Performance. Als Gyllenhaal sein Interesse an der Hauptrolle bekundete, kam eins zum andern.

Der Schauspieler war außerdem sehr interessiert daran, den Film auch zu produzieren – als erstes Projekt seiner frisch gegründeten Firma Nine Stories Productions.

„Die Hauptfigur hat mich einfach begeistert und das Drehbuch tief bewegt“, sagt er. „Es war mir wichtig, es zu unterstützen. Ich wollte einfach sichergehen, dass dieser Film auf jeden Fall gedreht wird. Jeffs Lebensweg hat mich ebenso verblüfft wie der Umstand, dass es hier im Kern nicht um ein Bombenattentat geht. Die Geschichte handelt von einem Menschen, der nach einer Tragödie neue Hoffnung schöpft.“

Wer ist Jeff Bauman?

Jake Gyllenhaal arbeitet lang und akribisch daran, Jeff Baumans Persönlichkeit zu erfassen. Der Schauspieler wollte unbedingt seine außergewöhnliche Entschlusskraft zeigen, ohne die menschliche und verletzliche Seite zu vernachlässigen. Baumans Stoizismus machte es ihm manchmal allerdings recht schwer. „Bostoner, besonders Männer, lassen sich nicht gern in die Karten schauen“, sagt Gyllenhaal. „Das ist eine typische Eigenschaft. Deshalb war es schwierig, Jeff dazu zu bringen, u?ber seine Gefu?hle zu sprechen. Nicht, weil er was verbergen wollte. Es ist einfach nicht seine Art. Darum war ich auf nonverbale Anhaltspunkte angewiesen, in seinem Rhythmus oder wie er bestimmte Probleme angeht.“

Jake Gyllenhaal: "Ich hätte diese Tortur nicht überlebt"

Jake Gyllenhaal und Jeff Bauman. Foto: Studiocanal/ Scott Garfield

Beide trafen sich vor und während der Produktion ziemlich oft. „Ich habe im Vorfeld viel mit ihm geredet“, erläutert Gyllenhaal.

„Auch während des Drehs simsten wir oder sprachen miteinander, nur eben nicht am Set. Er ist immer noch sehr jungenhaft, weshalb es einem sehr leicht fällt, ihn gern zu haben. Wir mochten ihn alle. Er ist nicht nur charismatisch, sondern ausgesprochen liebenswert. Kindlich verspielt. Aber unter der Oberfläche gibt es eben gleichzeitig diese schwere Düsternis.“

Jake Gyllenhaal: "Ich hätte diese Tortur nicht überlebt"

Foto: Studiocanal/ Scott Garfield

„Eine starke Familie“

Im Film verbringt Bauman die meiste Zeit damit, wieder laufen zu lernen, aber als Gyllenhaal ihn zum ersten Mal traf, war er dank der hochentwickelten Beinprothesen längst wieder mobil. „Wie er sich körperlich verhielt, half mir dabei herauszufinden, wer Jeff ist“, sagt der Schauspieler. „Einige psychologische Aspekte drückten sich in seinen Rhythmen aus, wie er Sätze formuliert und auf Leute zugeht. Seine Körpersprache und besonders sein Sinn für Humor, der ihm, glaube ich, über seine dunkelsten Stunden hinweggeholfen hat, waren sehr aufschlussreich.“

Jake Gyllenhaal: "Ich hätte diese Tortur nicht überlebt"

Foto: Studiocanal/ Scott Garfield

Der Schauspieler sagt, er habe oft darüber nachgedacht, wie er wohl in Jeffs Lage reagiert hätte. „Wie sehr ich mich auch bemühte zu verstehen, was Jeff durchgemacht hat, kam es mir manchmal doch vor, als würde ich gegen eine Wand rennen. Ich glaube, ich hätte diese Tortur nicht überlebt.“

Auch die Zeit, die Gyllenhaal mit dem eng verbundenen Bauman-Clan verbrachte, habe ihm sehr geholfen. „Eine starke Familie, die wie Pech und Schwefel zusammenhält. Es war inspirierend zu sehen, wie sie sich gegenseitig unterstützen und füreinander da sind. Es vergeht kein Tag, an dem Jeff seine Familie nicht sieht oder mit ihr spricht.“

Jake Gyllenhaal: "Ich hätte diese Tortur nicht überlebt"

Foto: Brian To/WENN.com

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