Samstag, 31. August 2019 13:07 Uhr

Jan Böhmermann behauptet: Bin jetzt SPD-Mitglied in Köthen

Foto: Starpress/cinnemon red

Ist er nun SPD-Mitglied – oder nicht? TV-Komiker Böhmermann sieht sich bereits als Teil der traditionsreichsten deutschen Partei. Doch bis zur Bewerbung um den SPD-Vorsitz ist es noch ein weiter Weg – bei ganz wenig Zeit.

Der TV-Satiriker Jan Böhmermann hat nach eigenen Worten die SPD-Mitgliedschaft in Köthen (Sachsen-Anhalt) erhalten – der SPD-Landesverband allerdings widerspricht. „Ich danke meinem neuen Ortsverein Köthen für die schnelle und skrupellose Bestätigung meiner Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“, schrieb der 38-Jährige auf Twitter. „Der #Neustart19 der deutschen Sozialdemokratie geht von Sachsen-Anhalt aus!“, fügte Böhmermann hinzu mit Blick auf seine am Donnerstagabend erstmals öffentlich geäußerten Ambitionen, sich in letzter Minute vor Bewerbungsschluss um den SPD-Vorsitz zu bewerben.

So einfach ist es aber nicht

Der Sprecher der SPD Sachsen-Anhalt, Martin Krems-Möbbeck, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur zwar, dass Böhmermann aufgenommen wurde. Er erklärte jedoch, dass dies formal nicht ausreiche, weil Böhmermann nicht in Köthen wohne. Es gebe zwar Ausnahmemöglichkeiten, wenn beide Kreisverbände – also in diesem Fall Köthen und der Kreisverband des Heimatortes – beteiligt seien. Nach bisherigem Kenntnisstand seien die zuständigen Sozialdemokraten an Böhmermanns Heimatort Köln aber nicht involviert gewesen. „Deswegen ist die Aufnahme derzeit unwirksam.“

Der Komiker hatte am Donnerstagabend seine Kampagne #neustart19 begonnen. Kritiker zweifeln allerdings an der Ernsthaftigkeit der Aktion. Selbst wenn Böhmermann Mitglied sein sollte, hat er noch einige Hürden auf dem Weg zum SPD-Vorsitz zu überwinden: Förmliche Voraussetzung einer Kandidatur ist die Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Die Abgabefrist für Bewerbungen um den SPD-Vorsitz – bevorzugt als Doppelspitze von Mann und Frau – läuft am Sonntag um 18 Uhr ab.

Jan Böhmermann behauptet: Bin jetzt SPD-Mitglied in Köthen

Foto: ZDF/Ben Knabe.

Er will SPD-Vorsitzender werden

Böhmermann hatte am Donnerstagabend in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ (ZDFneo) erstmals erklärt: „Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden.“ Der Satiriker fügte später hinzu: „Ich bin Demokrat. Wenn ich jemanden sehe, der so derart am Boden liegt – egal ob das jetzt ein Penner ist, der im Kontoauszugsraum bei der Deutschen Bank liegt, besoffen in der Kälte – dann hole ich den natürlich da raus und rufe einen Krankenwagen. Das ist so meine DNA. Und so bin ich natürlich auch im Politischen.“ Einige SPD-Politiker reagierten im Netz mit humorvollen Kommentaren – zugleich löste der Vorstoß in der Partei, die seit Monaten in einer Krise steckt, aber auch viel Unmut aus.

Der SPD-Wahlvorstand hat bisher bei sieben Kandidatenduos die nötige Unterstützung anerkannt. Dies sind: Finanzminister Olaf Scholz und die Brandenburger Landtagsabgeordnete Klara Geywitz; Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping; Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Ex-Familienministerin Christina Kampmann; die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer; die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, Gesine Schwan, und der stellvertretende Parteivorsitzende Ralf Stegner; Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und Alexander Ahrens; die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Verdi-Chefökonom Dierk Hirschel. (dpa/KT)

Das könnte Euch auch interessieren

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren