Jens Lehmann: Hertha BSC schmeißt ihn nach „Quotenschwarzer“-Aussage raus

Jens Lehmann: Hertha BSC schmeißt ihn nach „Quotenschwarzer“-Aussage raus
Jens Lehmann: Hertha BSC schmeißt ihn nach „Quotenschwarzer“-Aussage raus

IMAGO / Sven Simon

05.05.2021 11:40 Uhr

Nachdem Jens Lehmann den Ex-Fußballer Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet hatte, hat Lehmanns Verein Hertha BSC Konsequenzen gezogen und den Berater mit sofortiger Wirkung entlassen.

Gerade erst hat Ex-Nationalspieler Dennis Aogo (34) in seiner Insta-Story einen Chat-Verlauf mit Jens Lehmann (51) gepostet. Der ehemalige DFB-Torwart und heutige Hertha-Aufsichtsrat bezeichnet Aogo darin als einen „Quotenschwarzen“. Der Hauptstadtclub hat umgehend reagiert und Lehmann mit sofortiger Wirkung von seinem Berater-Posten entlassen.

Das sagt der Hertha-Präsident

„Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Wir distanzieren uns von jeglicher Form des Rassismus“, wird Hertha-Präsident Werner Gegenbauer auf dem Twitter-Kanal des Clubs zitiert. Im Olympiastadion werben die Herthaner bei Heimspielen ja auch mit markanten Bannern, auf denen beispielsweise „No Racism“ steht und unterstreichen damit bewusst ihre Werte.

Dennis Aogo als Experte bei „Sky“

Am 4. Mai war Dennis Aogo als Experte für das Champions League-Spiel zwischen Manchester City gegen Paris St. Germain im Studio des Senders „Sky“ zu Gast.

Bereits während der Partie hat den ehemaligen Fußballprofi allerdings eine Nachricht erreicht, die ihn fassungslos aufs Display blicken ließ. Um 21:56 Uhr schrieb Jens Lehmann bei WhatsApp: „Ist Dennis eigentlich euer Qotenschwarzer?“ inklusive einem grinsendem Smiley.

Dennis Aogos hat daraufhin einen Screenshot des Verlaufs in seiner Insta-Story gepostet und schrieb dazu: „Wow! Dein Ernst? Jens Lehmann, diese Nachricht war offensichtlich nicht an mich gedacht.“ Der ehemalige DFB-Star hat die Message demnach versehentlich an Aogo geschickt.

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Jens Lehmann hat sich bereits entschuldigt

Ein dummer Fehler, der nun fatale Konsequenzen für Lehmann hat: Er ist seinen Job bei Hertha BSC los und muss sich zudem mit einer hitzigen Debatte über seine politischen Ansichten bei Twitter auseinandersetzen.

Gegenüber der „Bild“-Zeitung hat der 51-Jährige erklärt: „Ich habe bereits mit Dennis telefoniert und ihn um Verzeihung gebeten, wenn meine Äußerung despektierlich rübergekommen ist. Sie war überhaupt nicht so gemeint, sondern positiv. Da er als Sky-Experten fachkundig ist und in seinem Auftreten sehr stark. Und deshalb auch die Quote erhöht. Das wollte ich damit sagen, aber war von mir unglücklich ausgedrückt. Da die WhatsApp von meinem Handy rausging, übernehme ich die Verantwortung dafür. Es war eine private Nachricht.“

Das ist Jens Lehmann

Als ehemaliger Fußball-Nationaltorwart, konnte der 50-Jährige zahlreiche Titel sammeln. So gewann er während seiner Karriere 2002 nicht nur die deutsche, sondern zwei Jahre später auch die englische Meisterschaft. 2006 sorgte er während der WM beim Elfmeterschießen für besondere Aufmerksamkeit, als er dank eines Spickzettels seines Torwart-Trainers, der die bevorzugte Ecke der Schützen verraten haben soll, zwei Strafstöße gehalten hat.

Nach dem Ende seiner Laufbahn als aktiver Sportler trat Lehmann ab 2014 bis zuletzt als Experte bei Länderspielen auf. Darüber hinaus war er bei diversen Vereinen als Unterstützung der Trainer tätig.

Bereits seit 1999 ist er mit Conny, einer Lehrerin verheiratet. Die beiden haben drei gemeinsame Kinder.

(JuC)