Jérôme Boateng: Nach Gnadenlos-Urteil prüft Staatsanwaltschaft Einspruch

Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jérôme Boateng (r) im Amtsgericht München mit seinem Anwalt Kai Walden.
Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jérôme Boateng (r) im Amtsgericht München mit seinem Anwalt Kai Walden.

Peter Kneffel/dpa

10.09.2021 14:05 Uhr

Gegen den ehemaligen Nationalspieler wurde am Donnerstag in München wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verhandelt. Er wurde zu 1,8 Millionen Euro Strafe verurteilt. Ist die Sache damit vom Tisch?

Nach der Verurteilung von Ex-Nationalspieler Jérôme Boateng zur Zahlung von 1,8 Millionen Euro Strafe wegen Körperverletzung an seiner früheren Freundin erwägt die Staatsanwaltschaft eine Berufung.

„Wir prüfen derzeit, ob wir Rechtsmittel ergreifen“, sagte Sprecherin Anne Leiding am Freitag.

1,8 Millionen  Euro Strafe aufgebrummt

Am Abend zuvor hatte das Amtsgericht München eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro verhängt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass Boateng seiner damaligen Partnerin im Karibikurlaub 2018 ins Gesicht geschlagen hatte. 30.000 Euro sind zwar der höchstmögliche Tagessatz, Boateng ist damit aber nicht vorbestraft. Eine Vorstrafe gibt es erst ab 90 Tagessätzen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren gefordert – und eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro. Boatengs Verteidiger Kai Walden hatte einen Freispruch gefordert. Die Frage, ob auch sein Mandant erwägt, Rechtsmittel einzulegen, beantwortete er bis Freitagfrüh nicht.