14.07.2020 20:53 Uhr

Johnny Depp: Amber Heard wollte durch ihre Ehe mit ihm berühmt werden

Johnny Depp soll der Überzeugung gewesen sein, dass seine Ex-Frau Amber Heard ihn nur geheiratet habe, um erfolgreich zu werden.

imago images/Cover-Images

Auch am sechsten Prozesstag in der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Johnny Depp (57, „Sleepy Hollow“) und der britischen Zeitung „The Sun“ geben zahlreiche Zeugen Geschichten aus Depps zutiefst dysfunktionalen, mittlerweile geschiedenen, Ehe mit Amber Heard (34, „London Fields“) zu Protokoll. Depp soll zum Beispiel behauptet haben, Heard habe ihn nur geheiratet, weil sie „verzweifelt nach Erfolg und Ruhm“ strebe. Außerdem berichtete eine Zeugin von üblen verbalen Entgleisungen und physischen Übergriffen Heards.

Depp vertraute sich seinem Arzt an

An einem der ersten Prozesstage hatte Depp bereits behauptet, Heard habe 2015 in Australien zwei Wodkaflaschen nach ihm geworfen. Die zweite Flasche soll ihm die Fingerkuppe abgetrennt und „die Knochen zerschmettert“ haben. Nach diesem Vorfall, den seine Ex-Frau abstreitet, hat sich Depp in einer Reihe von Textnachrichten offenbar seinem persönlichen Arzt Dr. David Kipper anvertraut, der heute vor Gericht aussagte und aus dessen Statement unter anderem die „Daily Mail“ zitiert.

„Ich kann so nicht mehr leben“, soll Depp Kipper geschrieben haben, kurz bevor der „Fluch der Karibik“-Star ins Krankenhaus gefahren sei. Er könne die „ständigen Beleidigungen“ und die „erniedrigenden und herabwürdigenden“ Äußerungen von Heard nicht mehr ertragen. Er sei „fertig“ mit ihr, so Depp weiter. Außerdem warf er Heard vor, ihn nur deshalb „akquiriert“ zu haben, weil sie verzweifelt nach Erfolg und Ruhm strebe. Sie sei „von sich selbst besessen“ und „unfassbar ehrgeizig“.

Heard bezeichnete Depp als „fett“ und „weg vom Fenster“

Auch eine weitere Zeugin sagte zu Depps Gunsten aus: Tara Roberts, die Hausverwalterin von Depps Anwesen auf den Bahamas. Sie soll laut „The Guardian“ einen Streit zwischen den beiden im Jahr 2015 mitbekommen haben. Darin soll Heard Depp unablässig und mit „zunehmender Grausamkeit“ beleidigt haben. Sie soll ihn unter anderem als „fett“ beschimpft haben. Außerdem sei seine Karriere „am Ende“ und „niemand werde ihn jemals wieder einstellen“. Depp werde als „einsamer Mann sterben“, soll Heard außerdem gesagt haben.

Während Depp der Auseinandersetzung angebliche aus dem Weg gehen wollte, habe Heard ihn immer wieder, zunächst verbal und dann auch physisch, attackiert. Depp soll Roberts später erzählt haben, dass Heard mit einer Ein-Liter-Dose eines Getränks nach ihm geworfen habe. Diese Dose habe ihn im Gesicht getroffen, wo laut Roberts eine Schnittwunde zu sehen gewesen sei. Depp hingegen hätte sich Heard gegenüber „nie aggressiv“ verhalten, so Roberts weiter. Außerdem seien sie nie Spuren einer gewalttätigen Auseinandersetzung an Heard zu sehen gewesen.

Bereits am gestrigen Prozesstag hatte auch Depps langjähriger Assistent mit seiner Aussage die Narrative gestützt, dass Heard eigentlich der gewalttätige Part in der Beziehung gewesen sei.

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Noch viele Prozesstage stehen bevor

Der Prozess in London startete am 7. Juli und soll drei Wochen dauern. Depp klagt aber nicht direkt gegen Heard, sondern gegen den Verlag der Boulevardzeitung „The Sun“. Dabei geht es um einen Artikel aus dem Jahr 2018. Darin wurde behauptet, dass der Schauspieler ein „Ehefrauenschläger“ sei. Depp bestreitet das. In den USA hat er seine Ex-Frau zudem auf Verleumdung verklagt.

Depp und Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film „The Rum Diary“ (2011) kennengelernt, 2015 folgte die Hochzeit. Nach nur 15 Monaten Ehe reichte Heard jedoch im Mai 2016 die Scheidung ein. Es folgte eine öffentlich ausgetragene Schlammschlacht, in der beide schwerwiegende Vorwürfe gegen den jeweils anderen erhoben haben.

(rto/spot)

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