Joseph Ligon mit 15 in den Knast – mit 83 Jahren endlich entlassen!

Joseph Ligon mit 15 in den Knast - mit 83 Jahren endlich entlassen!

© State Correctional Institution at Graterford

18.02.2021 20:00 Uhr

Mit gerade einmal 15 Jahren wurde Joseph Ligon zu lebenslanger Haft verurteilt. Jetzt ist er 68 Jahre später endlich wieder ein freier Mann!

Als Joseph Ligon 1953 verhaftet wurde, war der US-Amerikaner gerade mal 15 Jahre alt. Obwohl er damals noch ein Teenager war, wurde er wegen Mordes angeklagt und zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

Zu lebenslänglicher Haft verurteilt

Vor 68 Jahren veränderte sich Joseph Ligons Leben für immer. Wegen seiner Teilnahme bei einem Raubüberfall, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, wird der damals 15-Jährige verhaftet und wegen Mordes angeklagt. Auch wenn Joseph damals beteuert, niemanden getötet zu haben, lautet sein Urteil: lebenslänglich.

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„Ich bin etwas Besonderes“

Und wie lang sich „lebenslänglich“ anfühlt, hat Joseph 68 Jahre lang Tag für Tag erlebt. Bis zu seinem eigenen ganz persönlichen Weltwunder: Vor wenigen Tagen am 11. Februar 2021 darf Joseph das Staatsgefängnis in Montgomery County, Pennsylvania – in dem er fast ein ganzes Menschenleben verbracht hat – verlassen. Bradley Bridge, der Anwalt des inzwischen 83-Jährigen, hat es endlich geschafft, das Urteil von vor mehreren Jahrzehnten anzufechten. „Ich bin etwas Besonderes“, soll Ligon dazu gesagt haben, berichtet „The Philadelphia Inquirer“.

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Joseph wollte keine Bewährung

Dank seiner jahrelangen Geduld, ist Joseph nun ein komplett freier Mann. Für ihn ein sehr wichtiges Anliegen, weshalb er es auch 2017 ablehnte, auf Bewährung frei zu kommen. Stattdessen blieb er weiterhin im Gefängnis. „Ich möchte frei sein“, erklärte er damals. Weiter: „Mit Bewährung muss man ständig seine Bewährungshelfer treffen. Ohne Erlaubnis darf man die Stadt nicht verlassen. Das gehört für mich aber zu Freiheit.“

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„Das ist alles neu für mich“

Sein Ziel hat Joseph nun erreicht: Er ist frei. Jetzt muss der 83-Jährige allerdings erstmal seine neu gewonnene Freiheit erlernen und sich im 21. Jahrhundert zurecht finden. Hochhäuser gab es zum Beispiel damals nicht. Dem „Philadelphia Inquirer“ erzählt er: „Ich sehe diese ganzen großen Gebäude. Das ist alles neu für mich. So etwas gab es nie.“

(AK)