02.04.2020 22:13 Uhr

Jürgen Drews: Der König von Mallorca ist jetzt 75

Kay Kirchwitz/Starpress

Er ist der „König von Mallorca“, er braucht die Bühne und sein Publikum, das ihn als „Onkel Jürgen“ bundesweit feiert. Jetzt hat der Schlagerstar Geburtstag. Und zwar einen besonderen. Eine große Feier war – auch ohne Corona – aber nicht geplant.

Bühnen sind seine Welt. Ob im „Bierkönig“ auf Malle oder bei der Betriebsfeier einer großen Versicherung in den Westfalenhallen – wenn Jürgen Drews ans Mikro tritt, kocht der Saal.

Jürgen Drews: Der König von Mallorca ist jetzt 75

Kay Kirchwitz/Starpress

Der gefühlte Dauergast in der ZDF-Hitparade der 1970er Jahre („Ein Bett im Kornfeld“) wird heute 75 Jahre alt. „Unfassbar“, wie eines seiner neuen Lieder heißt, dass er sich selbst zum Geburtstag geschrieben hat. Mit Drews Liedern sind ganze Generationen im Vorabendprogramm aufgewachsen, als es noch nur drei Sender und kein Privatfernsehen gab. Heute reißt er auch junge Erwachsene mit, die auf Mallorca feiern oder nach dem Ende der Schule das Leben genießen.

Alles ist anders

In diesem Jahr ist alles anders. Das Coronavirus hat auch Drews ausgebremst. „Wegen der Krise wurden auch bei mir einige Veranstaltungen abgesagt. Bis Ende April hatte ich mir die Zeit aber sowieso relativ frei gehalten. Ich wollte mich zurücklehnen, ins Studio gehen und an meinem Album arbeiten, und nicht so viel durch die Gegend fahren wie sonst meistens.“

Drews sagt, dass er seine Auftritte bereits seit längerem reduziere. Er möchte nicht immer nur „on the road“ sein. „So viele Hummeln haben ich nicht mehr in der Buxe“, sagt Drews der dpa. Seine zweite Ehefrau Ramona schränkt lachend ein: „Das Kürzertreten hat schon auch was mit Corona zu tun, so ganz freiwillig ist es nicht.“

Aber Ramona gibt zu: „Er ist nicht mehr ganz so schlimm wie früher, da hat er schon mal gerne zwei, drei Auftritte pro Tag angenommen. Es wurden jetzt ein paar Auftritte abgesagt oder vorerst verschoben, über Ostern wäre dann die Mallorca-Saison gestartet.“ Sein letzter Auftritt war laut Jürgen Drews am 6. März in Berlin.

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Kay Kirchwitz/Starpress

Keine große Party

Eine große Geburtstagsfeier absagen, dass mussten die Drews‘ wegen Corona nicht. „Ganz in uns gekehrt werden wir diesen Tag verleben. Ich schlurfe nicht durch die Gegend. Das machen wir auch zu allen Festtagen wie Weihnachten nicht. Wir ziehen uns schön an, auch wenn wir nicht weggehen. Das ist unser Respekt voreinander.“

Diesen Geburtstag, den findet er schon komisch. „Das ist ja immerhin ein sehr einschneidendes Erlebnis, wenn man sich das vor Augen führt. Wenn ich an meine Jugendzeit zurückdenke, da hab ich bei einem 75-Jährigen gedacht: Alter Opa, der stirbt bald. Aber ich will 100 werden!“

Drews wuchs in Schleswig-Holstein auf. Er ist ein begnadeter Banjo-Spieler, war Teil der Les Humphries Singers, Musikproduzent und Ende der 1980er Jahre auch Moderator im Fernsehen. Dabei sieht er sich eigentlich ganz anders: „Ich war immer schon ein Einsiedler, auch während der Schulzeit. Ich hatte immer weniger Kontakt. Ich bin mehr so ein Alleinunterhalter. Aber ich brauche hin und wieder die Geselligkeit. Aber eine andere Geselligkeit.“ Damit meint der „König von Mallorca“ den Kontakt zum Publikum.

In Dülmen im Münsterland haben die Drews in der Heimat von Ramona ihr Nest gefunden. Grillpartys mit den Nachbarn gab es dort auch schon vor Corona nicht. Ramona: „Er hat ja immer viel mit Menschen zu tun, wenn er dann zu Hause ist, ist er recht zurückgezogen.“

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Universal Music

Fan von Johannes Oerding

„Pläne? Ich bin keiner, der noch unbedingt eine Weltreise machen will. Wir gehen lieber in die Berge zum Wandern, oder Radfahren auf Sylt.“ Mit Sylt verbindet Drews Kindheitserinnerungen. „Ich bin da quasi aufgewachsen. Zum Wandern fahren wir nach Berchtesgaden. Da ist Ramona als Kind immer hingefahren.“

„Ich bin ein großer Fan von Johannes Oerding, aber wenn ich so richtig von Musik berührt werden möchte, schalte ich Klassik ein und höre Mozart, Beethoven oder Bach.“ Ramona: „Da rollt dann auch schon mal ein Tränchen.“ (Carsten Linnhoff, dpa)

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