Sonntag, 21. Oktober 2018 19:27 Uhr

Julius Weckauf spielt Hape: Neues von „Der Junge muss an die frische Luft“

Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“ war mit mehr als fünf Millionen Lesern das erfolgreichste deutsche Sachbuch der Nachkriegszeit. Nachdem die Produzenten Nico Hofmann, Sebastian Werninger und Hermann Florin es verfilmt hatten, nahmen sie sich auch Kerkelings zweiten Bestseller „Der Junge muss an die frische Luft“ (verkaufte Auflage: über eine Million Exemplare) vor, um ihn auf die Leinwand zu bringen. Bald ist es soweit: Kinostart ist am 27. Dezember. Heute verraten wir mehr über den putzigen Hauptdarsteller.

Julius Weckauf spielt Hape Kerkeling: Neues von "Der Junge muss an die frische Luft"

Foto: Warner Bros.

5000 Kandidaten

„Es war schwierig, einen geeigneten Darsteller für den kleinen Hape zu finden“, erinnert sich Produzent Hermann Florin. „Denn viele Eltern, die auf unsere Zeitungsanzeigen etc. reagierten, nahmen unsere Vorgaben (‚ein eher rundlicher Achtjähriger‘) nicht ernst und erschienen teilweise mit schmächtigen 1,60 Meter großen Jungen zum Casting! Aber wir brauchten natürlich ein etwas pummeliges Kind, weil auch dieser Umstand dazu beigetragen hat, dass aus Hans-Peter eine Entertainment-Kanone geworden ist.“

Produzent Sebastian Werninger berichtet: „Julius wurde aus 5000 Kandidaten ausgesucht. Das war ein langer Prozess – bestimmt 1000 Jungen haben wir uns näher angesehen. Mit der Zeit wurden wir nervös, denn Julius war zunächst nicht der Favorit für die Rolle, sondern profilierte sich erst in den späteren Auswahlphasen. Er steigerte sich derart, dass wir schließlich sagten: ‚Dieser Junge muss an die frische Luft!‘ Sehr glücklich waren wir über diese Entscheidung, weil sie nämlich erst etwa acht Wochen vor Drehbeginn fiel – es wurde zeitlich wirklich knapp. Ein echter Glücksfall!

Die Wahl fiel schließlich auf den kleinen Julius Weckauf. Er erzählt: „Also wir wohnen in einem kleinen Dorf, da haben wir ein Geschäft. Im Geschäft sind meine Eltern von einigen Kunden darauf angesprochen worden, dass sie im Radio von einem Casting gehört hatten, in dem die Rolle des kleinen Hape Kerkeling gesucht wird, und sie hätten dabei sofort an mich gedacht.“

Erste Begegnung

Regisseurin Caroline Link erinnert sich: „Wir haben in Berlin schon früh eine Tonaufnahme mit dem echten Hape Kerkeling gemacht, und ich habe den Julius mitgenommen – der wollte den Hape natürlich auch mal kennenlernen. Und dann standen sich die beiden auf einmal in dem Studio gegenüber. Es war wirklich ein sehr besonderer Moment, weil das für Hape ja auch sehr viel bedeutet: Wer stellt mich als Kind dar? Und wird dieser Junge diese Rolle packen? Ist er begabt genug? Sensibel, aber auch witzig genug? Ich habe gemerkt, wie es Hape rührte, Julius kennenzulernen und zu spüren: ‚Du wirst ich sein!‘ Und das war auch für mich sehr anrührend, weil ich wusste, wie wichtig das für Hape ist.“

Julius Weckauf spielt Hape Kerkeling: Neues von "Der Junge muss an die frische Luft"

Hape Kerkeling. Foto: Warner Bros.

Hape Kerkeling sagt bewundernd: „Der Julius ist wirklich so, als hätte man sich ihn gebacken: Der ist smart, der ist clever, der ist charming, der ist witzig, und er ist auch noch diszipliniert und sehr begabt. Das alles kommt in diesem einen Kind zusammen – wirklich erstaunlich!“ Produzent Florin erlebte Julius so: „Er ist vorlaut und neugierig. Den Eltern ist es gelungen, den kleinen Mann wirklich angstfrei zu erziehen: eine wunderbare Familie – Hut ab! Er schaute sich schon vor dem Dreh das Set und die Kamera sehr genau an, reagierte sehr wach und sehr intelligent auf all das Neue, was auf ihn einstürmte.“

Schamlos und super talentiert

Sönke Möhring, der Hapes Vater Heinz darstellt, sagt über den kleinen Julius: „Er ist ein Newcomer, macht seine Sache sehr gut, weil Caroline es geschafft hat, genau den richtigen Knopf zu drücken: Julius ist regelrecht befreit, und das ist so bewundernswert. Davon würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Denn er kennt fast keine Scham, er bringt einfach alles mit, das ist wohl nur durch Caroline zustande gekommen, denn er war sich selber darüber gar nicht im Klaren, was er zu leisten imstande ist. Carolines Einfühlungsvermögen und natürlich auch Julius’ Fähigkeit – die beiden zusammen sind ein sehr gutes Team.“

Julius Weckauf spielt Hape Kerkeling: Neues von "Der Junge muss an die frische Luft"

Regisseurin Caroline Link. Foto: Warner Bros.

Das bestätigt auch Ursula Werner, die Hapes Großmutter Bertha spielt: „Julius ist ein richtiger Glückstreffer. Erstens hat er wirklich große Ähnlichkeit mit dem jungen Hape. Und dann spielt er natürlich aus dem Bauch heraus, aus reiner Spiellust. Wenn er Einstellungen wiederholen muss, was ja oftmals der Fall ist, macht er das wie ein Profi. Er ist konzentriert, er hat den Text drauf, und wenn es ‚Bitte!‘ heißt, dann fängt er an zu spielen. Also wir haben große Freunde daran, ihn zu beobachten und mit ihm aufzutreten.“

Arbeitszeit mit Doubles sparen

Über die Dreharbeiten sagt Julius Weckauf: „Die schönsten Szenen sind immer die, wenn ich Streuselkuchen essen darf, den Hans-Peter sehr oft gegessen hat. Streuselkuchen ist auch mein Lieblingskuchen, abgesehen von Schoko-Soufflé oder Zimtschnecken. Es ist halt cool, wenn man den dann essen darf in jeder Szene.“

Julius Weckauf spielt Hape Kerkeling: Neues von "Der Junge muss an die frische Luft"

Julius Weckauf. Foto: Warner Bros.

Über die besonderen Herausforderungen des Drehs mit einem achtjährigen Hauptdarsteller sagt Produzent Werninger: „Dass die Kinderarbeit am Set gesetzlich stark reglementiert ist, erfordert vom Filmteam eine ganz spezielle Planung. Caroline Link kennt diese Situation und geht sehr professionell damit um. Natürlich ist es wichtig, dass die Medienpädagogen die Dreharbeiten beobachten und ausschließlich das Wohl des kleinen Julius im Auge behalten – denn das muss im Vordergrund stehen. Sonst würden die Filmemacher leicht Gründe finden, die Szene durch eine weitere Wiederholung noch besser machen zu wollen und dadurch Julius’ Arbeitszeit zu überziehen. Dass das nicht passiert, darauf achten diese unabhängigen Personen. (…)“

Weiter sagte er: „Wegen Julius sah der Drehplan etwa zehn Tage mehr vor als mit einem erwachsenen Hauptdarsteller – 45 statt 35 Drehtage. Das Team berücksichtigt die Situation auch in dem Sinne, dass vorrangig alle Einstellungen gedreht werden, in denen Julius zu sehen ist. Nachmittags folgen dann die Gegenschuss-Aufnahmen, in denen er nicht erscheint oder in denen man mit einem Double arbeiten kann.“

Produzent Florin fügte hinzu: „Letztendlich haben wir in den Anschluss-Einstellungen immer einen von zwei Doubles eingesetzt, wenn die erwachsenen Schauspieler auf den kleinen Hape reagieren sollten, sodass Julius selbst durchaus nicht bei jeder Einstellung am Set anwesend sein musste.

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren