01.08.2020 21:22 Uhr

Kanye West: Diese drei guten Dinge könnte er hinterlassen

Die Wahl von Kanye West zum US-Präsidenten wäre der blanke Wahnsinn. Dennoch könnte seine überkandidelte und lachhafte Kandidatur langfristig folgende drei positiven Folgen mit sich bringen.

imago images / MediaPunch

Am 4. Juli verkündete Kanye West (43), dass er bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen im November 2020 als Kandidat antreten wolle. Seitdem dreht die Presse am Rad und der Rapper noch viel mehr. Sei es im Forbes-Magazin oder auf Twitter, der Musiker macht unüberlegte Statements, bei denen man sich nur an den Kopf fassen will.

Tränenauftritt

Seine erste Wahlkampfveranstaltung in South Carolina verlief alles andere als geplant. Mit seinen Tränen rührte er viele, aber mit seiner Rhetorik handelte er sich Buh-Rufe vom Publikum ein. Alles deutet darauf hin, dass der Musiker aktuell eine manische Phase durchlebt, bedingt durch seine diagnostizierte bipolare Persönlichkeitsstörung.

Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass die gesamte bisherige Wahlkampfkampagne von Kanye West ein gigantischer Schuss in den Ofen ist. Nichtsdestotrotz sind wir der Ansicht, dass dem Spuk doch drei positive Dinge entspringen könnten.

Quelle: instagram.com

1. Neue, offene Diskussion über Abtreibungen

Das Thema Abtreibung ist ein sensibles Thema. Es geht schließlich um die prinzipielle Frage, ob eine Frau selbstbestimmt über ihren Körper und ihr Leben entscheiden darf aber gleichzeitig jeweils auch darum, ob ein Mensch die Chance bekommt zu leben. Keine leichte Entscheidung und vor allem keine, die man nach einem einfachen Schwarz-Weiß-Muster beantworten kann.

Die Fronten zwischen den Befürwortern und Gegnern in den USA verhärteten sich in den letzten Jahren aber zunehmend. Es scheint den Lagern inzwischen mehr ums Prinzip zu gehen, als um eine ernsthafte, verantwortungsvoll geführte Diskussion. Genau an dieser Stelle könnten die Ereignisse der vergangenen Tage für ein wenig Bewegung in den Köpfen sorgen.

Kanye West hatte bei seiner Wahlkampfveranstaltung unter Tränen erzählt, dass er seine Frau Kim dazu überreden wollte, ihre erste Schwangerschaft mit Tochter North abzubrechen. Er nutze die drastischen Worte: „Ich hätte um ein Haar meine Tochter umgebracht.“ Gleichzeitig betonte er aber auch, dass er nicht gegen ein grundsätzliches Verbot von Abtreibungen sei.

Sein tränenreiches Geständnis zeigt einmal mehr, dass man durchaus sehr emotional über das Thema Abtreibung reden kann, sich aber nicht strikt für oder gegen Abtreibungen positionieren muss.

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2. Mehr Verständnis für psychisch Kranke

Kanye West sollte unter gar keinen Umständen zum US-Präsidenten gewählt werden. Aber in der gesamten Diskussion um sein aktuelles Verhalten darf man auch nicht vergessen, dass man hier über einen Menschen redet, der offensichtlich schwere psychische Probleme hat.

Der Musiker wurde bereits vor fünf Jahren mit einer bipolaren Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Das ist keine erfundene Krankheit, sondern eine schwere psychische Erkrankung, unter der schätzungsweise fünf Millionen Menschen in den USA leiden. Das entspricht drei Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren.

Kanye Wests Ehefrau Kim Kardashian (39) postete nach seiner ersten desaströsen Wahlkampfveranstaltung ein starkes Statement, in dem sie die Handlungen ihres Partners nicht entschuldigt, aber um Nachsicht bittet. Sie schrieb, dass es für den Betroffenen selbst als auch für die Angehörigen „ unglaublich kompliziert und schmerzhaft“ sei, eine derartige Störung verstehen zu wollen. 

Sollte der Heilungsprozess des Rapers so medienpräsent stattfinden wie seine aktuelle manische Phase, könnte dies dazu führen, dass psychisch kranken Menschen in der Zukunft weniger stark stigmatisiert werden. Im besten Fall entsteht ein gestärktes Bewusstsein dafür, dass ihre Krankheiten genauso als Einschränkung anerkannt werden, wie zum Beispiel ein gebrochenes Bein.

3. Bitte keine Amateur-Präsidenten

Das Amt des US-Präsidenten verleiht dem Amtsträger Machtbefugnisse wie kaum einem anderen Menschen auf dem Planeten. Umso wichtiger ist es, dass eine verantwortungsbewusste, erfahrene Person das Land regiert. Der US-Wahlkampf ist bisher allerdings von Amateuren dominiert.

Die Politik von Donald Trump (74) hat mehr als deutlich gemacht, dass es nicht ratsam ist, einen politischen Neuling zum Staatsoberhaupt zu wählen. Es fehlte an Wissen, an diplomatischem Know-How und an dem Bewusstsein über die Tragweite jeder einzelnen Handlung. Kanye West fehlt es genau wie Trump an all diesen Qualifikationen. Er handelt impulsiv, unüberlegt und informiert sich nicht ausreichend über die Themen, über die er spricht.

Man kann nur inständig hoffen, dass die Auftritte des Musikers vielen US-Wählern vor Augen geführt haben, dass es absolut fahrlässig ist, bei der Wahl des US-Präsidenten nur auf Gefühle zu setzen, anstatt auf handfeste Erfahrungswerte in der Welt der Politik.

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