10.07.2020 22:10 Uhr

Kanye West präsentiert seine Ideen zum Thema Abtreibung

Immer wenn man denkt, er kann nicht verrückter werden, setzt Kanye West noch einen drauf. Er betitelte Abtreibungen jetzt als das Werk des Teufels.

imago images / ZUMA Press

Am 4. Juli verkündete Kanye West (44) seine Präsidentschaftskandidatur bei den US-Wahlen 2020. In einem langen Interview mit dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ verriet er nun erstmals mehr über seine politischen Pläne und Werte.

Kanye West legt die Bibel wörtlich aus

In dem Gespräch ging es unter anderem um das kontroverse Thema Abtreibung. Hier positionierte sich der Rapper als religiöser Hardliner. Er sprach sich gegen das Recht auf Abtreibung aus und bezeichnet den Eingriff sogar als das Werk des Teufels.

Er sagte: „Ich bin pro-life. Ich folge den Worten der Bibel“. Konkret heißt das, dass der 21-fache Grammy-Gewinner, Abtreibungen mehr oder weniger prinzipiell ablehnt und die Bibel wörtlich auslegt.

„Die Ehrfurcht vor Gott stärken“

Insgesamt zeichnet sich jetzt schon ab, dass sein christlicher Glauben Kanye Wests „Wahlkampf“ dominieren dürfte. Der Musiker will zudem wieder Gebete in den Schulen einführen. Er kündigte an:

„Ich will im Staat Gottes, im Land Gottes, die Ehrfurcht vor und Liebe für Gott wieder stärken. In allen Schulen und Organisationen. Du sollst es überall spüren. Es war der Plan des Teufels, Gott aus den Schulen zu entfernen, damit unsere Kinder mehr Selbstmorde als jemals begehen. Damit die Mordrate in Chicago höher als jemals ist. Die Menschen haben für den Teufel gearbeitet, als sie Gott und Gebete aus den Schulen verbannten. Ich spreche von mehr Drogen, mehr Morden und mehr Suiziden. “

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Wird Kanye West der Donald Trump 2.0?

Bei solchen Aussagen, weiß man schon, wo die Reise hingeht. Viele Gelaber, viel Ideologie, wenig Fakten. Das erinnert sehr an den US-Präsidenten und ehemaligen Kumpel des Rappers, Donald Trump (74).

Es ist wahr, die Suizidrate in den USA ist vergleichsweise hoch. Es stimmt auch, dass sich die Selbstmorde unter Jugendlichen in den vergangen zehn Jahren wieder häuften. Im Vergleich der Jahrzehnte, nahm die Zahl der Freitode aber konstant ab – und zwar drastisch. Während 1991 noch 29 Prozent aller Teenanger schon einmal ernsthaft darüber nachgedachten sich das Leben zu nehmen, waren es 2017 nur noch 17 Prozent.

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Der Grund dafür findet man nicht in der wörtlichen Auslegung der Bibel. Ganz im Gegenteil. Denn es waren früher vor allem schwule, lesbische und transsexuelle Teeanger, die sich das Leben nahmen. Zudem stellen schwangere Teenagerin eine besonders Risikogruppen dar. Kanye West sollte neben der Bibel auch ein paar Studien lesen, bevor er solche unüberlegten Aussagen trifft.

Seine Frau Kim Kardashian (39) verhält sich in dieser Frage glücklicherweise klüger. Sie urteilt nicht ideologisch ab, sie besuchte mit ihren Schwestern in einer Folge von „Keeping Up With The Kardashians“ ein sogenanntes „Planned Parenthood“-Zentrum. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die Frauen bei der Familienplanung unterstützt, inklusive der Option der Abtreibung.

Übrigens: Die Wahlchancen von Politclown Kanye West sind nach neustem Stand eher grottig bis ganz schlecht.

 

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