Samstag, 2. November 2019 11:28 Uhr

Karat-Sänger Claudius Dreilich: „Unfassbar, es ist passiert“

imago images / mix1

Er war 19 Jahre alt, als die Mauer fiel. Das aber hat Claudius Dreilich erst am nächsten Tag mitbekommen. Da stand sein Cousin aus Halle plötzlich im Bademantel vor der Tür.

Die Nacht, in der vor 30 Jahren die Mauer fiel, hat Karat-Sänger Claudius Dreilich verschlafen. Dem Radiosender „radio B2“ erzählte der heute 49-Jährige, dass er damals nach einer Hotelschicht in Saarbrücken mit einem Kumpel „ordentlich einen getrunken“ habe. „Als das alles passierte, habe ich im Bett gelegen und geschlafen und hab nichts gemerkt“, berichtete der Sohn von Karat-Gründer Herbert Dreilich. Vom Mauerfall habe er erst am nächsten Morgen erfahren.

1987 in den West gegangen

„Ich habe es erst geschnallt, als es morgens um 10 bei mir an der Tür klingelte und mein Cousin aus Halle in Bademantel mit Hausschuhen vor meiner Tür stand. Der ist in seinen Trabi gesprungen und nach Saarbrücken gekommen. Und hat gesagt: ‚Stell Dir vor, die Roten haben verloren‘. Und da habe ich erst geschnallt: Unfassbar, es ist passiert“.

Dreilich hatte die DDR im Jahr 1987 mit seiner Mutter und seinem Stiefvater verlassen und zum Zeitpunkt des Mauerfalls in Saarbrücken eine Lehre zum Hotelkaufmann absolviert – er war 19 Jahre alt. Nach dem Krebs-Tod seines Vaters Herbert, der seit 1977 alleiniger Leadsänger der Band war, im Jahr 2004 wurde er dann Sänger von Karat („Der blaue Planet“). Die Band aus Berlin zählt zusammen mit den Puhdys, City und Silly zu den größten Rockbands des untergegangenen Arbeiter- und Mauernstaates. (dpa/KT)

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