13.11.2020 14:30 Uhr

Karin Hanczewski: Was sich seit #MeToo beim Film verändert hat

Karin Hanczewski setzt sich in der Miniserie „#heuldoch - Therapie wie noch nie“ mit der #MeToo-Bewegung auseinander. Der „Tatort“-Star erklärt, was sich seitdem in der Filmbranche verändert hat.

© Jeanne Degraa

Die deutsche Schauspielerin Karin Hanczewski (38) geht seit 2016 als Karin Gorniak im Dresdner „Tatort“ auf Verbrecherjagd. Am Sonntag (15.11.) steht ihr nächster Fall, der Horrorschocker „Tatort: Parasomnia“ (Das Erste), an. Doch die Berlinerin kann auch anders. Das stellt sie in der satirischen Miniserie „#heuldoch – Therapie wie noch nie“ unter Beweis, die ab sofort (13.11.) in den Mediatheken von ZDF und ARTE verfügbar ist.

In den fünf Folgen (je 15 Minuten) wechselt sie die Seite und schlüpft in die Rolle einer Einbrecherin. „Das hat viel Freude gemacht“, erklärt Karin Hanczewski im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Die Vorzüge der Satire

Die Abwechslung tat der Schauspielerin gut: „Die satirische Form eröffnet andere Spielmöglichkeiten als der Krimi. Eine Szene zu spielen, die einen selbst sehr zum Lachen bringt, macht natürlich Spaß.“ In der Serie verkörpert Hanczewski die kriminelle und feministische Lin, die zusammen mit Gloria (Bärbel Schwarz, 42) aus dem Gefängnis ausbricht.

Die Schauspielerin sieht sich ebenfalls als Feministin. „Ich halte mich an Margarete Stokowskis Definition von Feminismus, nämlich sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen die gleichen Rechte und Freiheiten haben sollen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Sexualität und ihrem Körper.“

Für Karin Hanczewski ist #MeToo wichtig

Ein großes Thema in der Miniserie ist die #MeToo-Bewegung. Denn die beiden Verbrecherinnen geben sich als Verhaltenstherapeutinnen aus und behandeln Männer, deren sexuelle Übergriffe dadurch ans Licht gekommen sind. Für die „Tatort“-Darstellerin ist #MeToo ein sehr wichtiger Schritt gewesen. „Endlich wird darüber gesprochen, was hinter verschlossenen Türen lange Zeit normal war.“

Machtmissbrauch und sexualisierte Übergriffe würden laut Hanczewski seitdem nicht mehr einfach dazu gehören. „Das ist nichts, was man hinnehmen muss. Darüber gibt es jetzt einen Konsens und die Gesellschaft verändert sich.“ Es habe sich zudem eine neue Sensibilität für das Thema entwickelt. „Beim Film, beispielsweise, wurden Stellen geschaffen, an die man sich im Falle eines Falles wenden kann.“

Die Miniserie „#heuldoch – Therapie wie noch nie“ ist nicht nur in der Mediathek verfügbar, sondern auch am 23. November um 0:00 Uhr im ZDF zu sehen.

(amw/spot)