31.12.2019 10:00 Uhr

Karl Lagerfeld: Der schöne „Pitbull“ spricht über die wahre Todesursache

Lagerfeld und Sebastien Jondeau 2014 in Salzburg. Foto: imago images / Manfred Siebinger

Karl Lagerfelds heißer Assistent hat die Todesursache offenbart. Der am 19. Februar im Alter von 85 Jahren in Paris verstorbene legendäre Modezar galt lange Zeit als an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben.

Doch nun hat Hobbyboxer Sébastien Jondeau, der langjährige Assistent des Designers, im Interview mit dem französischen Magazin ‘Paris Match’ offenbart, dass der Modemacher an etwas ganz anderem gestorben ist: „Bis zu seinem Tod wusste keiner seiner Verwandten davon. Karl litt an Prostatakrebs. Nicht Bauchspeicheldrüsenkrebs, was nach seinem Tod jeder gesagt hat.“

Karl Lagerfeld: Der "Pitbull" spricht über die wahre Todesursache

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Im Juni 2015 habe der Designer ihn verzweifelt angerufen und erklärt: „Ich habe ein Problem, ich kann nicht pinkeln.“ Eine Urinprobe habe dann Gewissheit gebracht. Allerdings habe man gar nicht so einfach geeignete medizinische Behandlungsmethoden gefunden, verriet der 44-Jährige. „Manchmal bekamen wir gute Nachrichten, manchmal schlechte. (…) Bis zu seinem Tod wusste keiner seiner Verwandten davon“.

Im goldenen Gefängnis

Jondeau arbeitete 20 Jahre für den letzten großen Modezar, galt als seine Vertrauensperson. Allerdings habe er ihn rund um die Uhr beansprucht, ihm beispielsweise alle zwei Stunden SMS geschrieben: „Es war sowohl ein außergewöhnliches Leben als auch ein goldenes Gefängnis. 20 Jahre lang habe ich weder Urlaub gemacht noch mit meinen Freunden zu Abend gegessen, wie ich es mir gewünscht hätte.“ Er habe sein ganzes Leben die meiste Zeit mit Lagerfeld verbracht. „Ich war nie außer dem Tag seines Todes weg.“

So habe der Meister vor allem Jondeaus Loyalität und dessen Kampfgeist geschätzt. „Er nannte mich ‚den Pitbull'“.

„Ich war wie sein Sohn, den er nie hatte“

Die Zeit nach dem Tod war nicht leicht für Jondeau. Es ist ein ständiger Kampf mit mir. Ich kriege jeden Abend gegen 17 oder 18 Uhr Angstzustände, die Zeit, in der wir unterwegs waren, als unser Tag begann. Ein Abendessen planen, es geht nicht mehr. Es macht mir Angst. Ich habe 98 Prozent meiner Zeit mit Karl verbracht. Alle seine Mitarbeiter hatten eine Familie und gingen nach Hause. Ich nicht. Mein Zuhause war Karls. Mein Bruder, meine Mutter, mein Vater: Karl war alles. Er war mein Chef, aber ich habe für ihn gekämpft, als wäre er mein Vater. Ich bin ein bisschen wie der Sohn, den er gerne irgendwann in seinem Leben gehabt hätte.“

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Riesenvermögen hinterlassen

Insgesamt hat Lagerfeld ein Vermögen von angeblich rund 800 Millionen Euro hinterlassen. Vor wenigen Monaten erklärte Delphine Arnault, die Direktorin und stellvertretende Präsidentin von Louis Vuitton dann gegenüber ‚WWD.com‘, dass man den ‘LVMH Special Award’ nach Lagerfeld benennen wird: „Karl Lagerfeld, der seit 1965 Fendis Art Director war, war mit der Auszeichnung seit dem ersten Tag an verbunden, mit seinem Enthusiasmus und seiner Energie bewegte er uns, teilte mit jedem, egal ob es andere Jury-Mitglieder oder Kandidaten waren, seine Kultur und Leidenschaft für Mode. Für diese kostbaren Momente werden wir für immer dankbar sein.“

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