07.10.2020 21:47 Uhr

Kat Von D: Mit 15 „entführt und eingesperrt“!

Tattoo-Artistin Kat Von D hat sich auf Instagram zur Doku von Paris Hilton geäußert: Sie ging auf die selbe Schule, musste ganz ähnliche Erfahrungen sammeln und ist noch immer traumatisiert!

imago images / alterphotos

Mit ihrem eigenen Tattoo-Studio und ihrer ehemalig eigenen Beauty-Marke „Kat Von D Beauty“ hat Katherine Von Drachenberg es geschafft sich ein eigenes Imperium unter dem Namen Kat Von D aufzubauen. Im Alter von 14 Jahren stach sie ihr erstes Tattoo und mit 16 arbeitete sie in ihrem ersten Tattoo-Studio. In diesen zwei Jahren ist allerdings viel passiert – und Kat Von D ging durch die Hölle!

Gleiche Schule wie Paris Hilton

In ihrer Doku „This Is Paris“ berichtet Paris Hilton von ihren Erfahrungen an der Provo Canyon School, in welcher die damals 17-Jährige wie eine Gefängnisinsassin behandelt wurde und psychische, physische und sexuelle Gewalt erfuhr. Sie ist nun aktiv an der Kampagne „Break Code Silence“ beteiligt, welche sich mit Opfern solcher Schulen beschäftigt und die Geschichten von Überlebenden teilt. Kat von D reagiert auf Paris‘ Doku mit ihrer eigenen Geschichte, die sich ebenfalls an der Provo Canyon School abspielte. Sie wurde laut eigener Aussage „entführt und eingesperrt in einer Anstalt“.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an I see you & I support you & I am taking action! This petition is the first step towards change to ensure no other children suffer the abuse myself and so many other millions of survivors endured at the hands of the troubled teen industry. Click link in bio to support me and all my fellow survivors by signing this petition. And to my survivor family, let’s all use our voices to make an impact. If you are ready to expose your abusers, please make & post a sign like mine and use #BreakingCodeSilence #ISeeYouSurvivor ?? Love you all! Ein Beitrag geteilt von Paris Hilton (@parishilton) am Sep 28, 2020 um 4:06 PDT

Kat wurde in der Nacht entführt

In einem 23-minütigen IGTV beginnt Kat zunächst damit zu erzählen, welche Folgen ihre Zeit an der Provo Canyon School hatte: Sie leidet noch immer unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, Depressionen und Albträumen, und bis auf ihrem Therapeuten hat sie niemandem davon erzählt.

Im Alter von 15 Jahren wurde sie mitten in der Nacht von fremden Menschen geweckt, die sie mitnehmen wollten. Sie sagten, sie solle ruhig bleiben, sich anziehen und mitkommen. „Wenn ich nicht tue, was sie sagen, würde ich die harte Tour wählen, was in Handschellen abgeführt werden wäre.“, erinnert sie sich. Nach ihrem Flug wurde sie mit Augenbinde in ein Auto gesetzt und kam an ihrem persönlichen Albtraum an.

Behandlung wie bei Gefängnisinsassen

Gleich zur Ankunft erinnert sich Kat an die erniedrigende Tortur der Durchsuchung: „Als wir ankamen, machten sie eine Leibesvisitation, was total entwürdigend war. Ich weiß noch, ich musste mich nackt machen vor dieser Person von der ich nicht wusste, ob sie die Zulassungen hatte und die ich noch nie zuvor gesehen hatte, und die hat mich einfach die ganze Zeit erniedrigt. Ich meine, ich war 15, ich war ein verdammtes Kind.“ Als nächstes sei sie in einen Raum gebracht worden, in dem ihr die Haare abrasiert wurden.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Sorry for being so MIA lately- been getting @highvoltagetat back up and running, tattooing, working on music with the band, and tryin to be the best mom/wife ever. But things are lining up, and I’ll be back with lots to show you all soon. ? Ein Beitrag geteilt von ??? ??? ? (@thekatvond) am Jul 1, 2020 um 1:47 PDT

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Mit Lügen zum Ziel

In der ersten Woche, so Kat, wurden alle möglichen Proben und Tests durchgeführt, um die Gesundheit der Insassen zu prüfen. Da Kat angemeldet wurde, weil sie die Schule schwänzte und tätowierte, entschied die Schule sich dafür, ihr zu verklickern, dass sie sich mit HIV angesteckt hatte, wahrscheinlich durch eine dreckige Tattoo-Nadel. „Ich war 15 Jahre alt, ich hatte keine Ahnung, was ich denken sollte, ich wusste nicht, was ich meinen Eltern sagen sollte. Ich hatte gar nicht die Zeit das kritisch zu hinterfragen, ob das keine Lüge war. Was es natürlich war. Aber das haben sie mir nie gesagt. Ich habe die ganzen sechs Monate geglaubt ich hätte HIV. Das war nur eine Abschreckungstaktik, damit ich mit dem Tätowieren aufhöre.“

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Today I miss tattooing at @highvoltagetat the most! Can’t wait to get back to it. ? Ein Beitrag geteilt von ??? ??? ? (@thekatvond) am Apr 15, 2020 um 10:28 PDT

Kat: Zum Husten und Niesen brauchte man Erlaubnis

Die Regeln in der Provo Canyon School waren extrem: „Uns wurde gesagt, dass wir IMMER in einer Reihe stehen mussten. Wenn man etwas braucht, muss man fragen. Zum Beispiel wenn man seine Kleidung zurechtrücken musste, musste man um Erlaubnis fragen. Wenn man husten oder niesen musste, musste man vorher um Erlaubnis bitten. Wenn man nicht fragt, bekommt man ‚dunkle Punkte‘ oder wird auf eine andere Art bestraft.“

Bei den Strafen erwähnt Kat nur die normalsten: Stundenlang, teilweise tagelang auf harten Stühlen eine Wand anstarren und bei Einschlafen ist die Strafe nur noch länger sitzen müssen. Außerdem natürlich Extra-Zeit in der Schule, Minimum-Aufenthalt waren drei Wochen. Und die Höchststrafe: Es gab einen achteckigen Raum aus Backsteinen und mit einem Abfluss in der Mitte. Hat sich eine Insassin daneben benommen, wurden ihr Sedativa in den Po injiziert, und sie wurde dann entweder in eine Zwangsjacke gesteckt oder fast ins Koma sediert. Dann wurde sie isoliert und manchmal tagelang in dem Raum gelassen.

Kat erlebte relativ wenig physische Folter am eigenen Leib, sah jedoch physische und sexuelle Gewalt um sich herum und wurde täglich psychisch gefoltert.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Sweet dreams. X Ein Beitrag geteilt von ??? ??? ? (@thekatvond) am Feb 26, 2020 um 12:17 PST

Kats Folgen

Durch den Aufenthalt entwickelte Kat eine posttraumatische Belastungsstörung und griff zu Alkohol und Drogen, um die Erinnerung zu verdrängen. Zum heutigen Zeitpunkt hat Kat allerdings 13 Jahre lang schon keinen Tropfen Alkohol mehr zu sich genommen und keine Drogen mehr angerührt. „Nachdem ich diese Dokumentation geschaut habe, ist mir klargeworden, dass ich noch immer einiges verarbeiten muss.“, sagt sie.

Wie auch Paris Hilton, hat Kat ihren Eltern jahrelang nicht erzählt, was in dieser Schule vorgefallen ist. In ihrer Dokumentation konfrontiert Paris ihre Mutter mit dem, was ihr angetan wurde.

Paris und Kat und tausende weitere Opfer

Kat von D ist nur eines von tausenden Kindern, die in solchen Schulen gefangen gehalten und gequält werden. Die „Breaking Code Silence“-Bewegung auf Instagram teilt die Schicksale solcher Opfer und appelliert an Gesetze gegen diese Anstalten. Auch andere Stars wie zum Beispiel Michael Jacksons Tochter Paris Jackson sind betroffen und äußern sich nun öffentlich.

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