Samstag, 26. Oktober 2019 17:48 Uhr

Katarina Witt vermisst in Gottschalks 80er-Jahre-Show den Osten

Thomas Gottschalk, Katarina Witt, Klaus Meine. Foto: ZDF/Sascha Baumann

Was Toleranz betrifft, fühlt sich Weltstar Katarina Witt gegenüber vielen Frauen im Westen im Vorteil. Das begründet die ehemalige Eiskunstläuferin mit ihrer DDR-Vergangenheit.

Katarina Witt fühlt sich durch ihre DDR-Vergangenheit freier und toleranter als viele Frauen im Westen. „Wo manche West-Frau in meiner Generation noch damit kämpft, was ihre Elterngeneration sich erobern musste, merke ich, dass ich viel freier, viel unabhängiger, viel liberaler, viel toleranter sein kann“, sagte der einstige Eislaufstar dem „Tagesspiegel“.

Katarina Witt vermisst in Gottschalks 80er-Jahre Show den Osten

imago images / Kessler-Sportfotografie

„Für mich waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe, das war in meinem Elternhaus so, aber auch in der Schule und bei Freunden.“ Für sie sei es inzwischen „ein Gütesiegel“, eine in Ostdeutschland geborene Frau zu sein, sagte Witt.

„Eine launige Sendung“

Die Olympiasiegerin von Sarajewo 1984 beklagte in dem Interview, dass Ostdeutsche 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ignoriert würden. Als Beispiel nannte sie eine TV-Sendung über die Musik der 80er-Jahre, bei der sie jüngst bei der Aufzeichnung zu Gast gewesen sei. „Eine launige Sendung, doch es waren weder unsere DDR-Musik noch unsere Filme, noch unsere Serien vertreten“, sagte die 53-Jährige über  „Gottschalks große 80er-Show heute Abend im ZDF.

Katarina Witt vermisst in Gottschalks 80er-Jahre Show den Osten

Thomas Gottschalk, Kim Wilde, Katarina Witt. Foto: ZDF/Sascha Baumann

Eine ganze Generation von DDR-Bürgern, die wie ihre Eltern zur Zeit der Wende zwischen 45 und 55 Jahren alt gewesen sei, habe man nach dem Mauerfall aus dem Arbeitsleben gerissen. Ihnen habe man signalisiert: „Ihr seid es nicht wert, dass die Jobs erhalten bleiben. Ihr solltet dennoch froh sein, denn ihr habt ja nun Freiheit und Demokratie.“

Dennoch sieht Witt die Wende alles in allem positiv. „Zu sagen, wir müssen jetzt ein gemeinsames Deutschland werden, war die richtige Schlussfolgerung. Doch für diesen Weg hat man sich einfach viel zu wenig Zeit genommen“, sagte Witt. (dpa/KT)

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